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Leukotrienantagonist läßt viele Kinder wieder frei atmen

HAMBURG (awa). Für die Entstehung von Atemwegsobstruktionen bei Säuglingen und Kleinkindern sind vor allem virale Infektionen von Bedeutung. Die RSV-(Respiratory Syncytial Virus)- Bronchiolitis bei Säuglingen und das Infektasthma bei Kindern im Vorschulalter sprechen gut auf die Behandlung mit dem Leukotrienantagonisten Montelukast an.

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Wenn Kinder bei jedem Infekt immer wieder asthmaähnliche Symptome entwickeln, ohne daß ein allergisches Asthma diagnostiziert werden kann, sei das, wie auch die RSV-Bronchiolitis, eine therapeutische Herausforderung. Das betonte Professor Jürgen Seidenberg von der Kinderklinik Oldenburg bei der 26. Jahrestagung der Gesellschaft für pädiatrische Pneumologie in Hamburg.

Leukotriene seien bei solchen Atemwegserkrankungen pathophysiologisch bedeutsam. So konnten bei Kindern mit viraler Bronchiolitis und Infektasthma im Vergleich zu Kindern mit unkomplizierter Infektion der oberen Atemwege eine deutlich erhöhte Konzentration von Leukotrienen nachgewiesen werden. Das ist Seidenberg zufolge ein Grund, warum Leukotrienantagonisten bei diesem Asthma gut wirksam sind.

In einer Placebo-kontrollierten Studie mit 116 Kindern im Alter zwischen drei und 36 Monaten, die wegen einer RSV-Bronchiolitis ins Krankenhaus eingewiesen wurden, verringerte die vierwöchige Behandlung mit 5 mg Montelukast (Singulair®) die schweren asthmaähnlichen Symptome signifikant: Ab dem neunten Behandlungstag bis Woche vier stieg die Rate der symptomfreien Kinder auf 22 Prozent (mit Placebo vier Prozent). Bisher habe es außer Sauerstoff und Flüssigkeitszufuhr für die Akuttherapie bei RSV-Bronchiolitis keine Therapie gegeben, sagte Seidenberg bei einem MSD-Symposium.

Bei Kindern mit bronchialobstruktiven Episoden verringerte Montelukast die Rate der Exazerbationen, wie die kürzlich publizierte Studie PREVIA (Prevention of Virus-Induced Asthma) belegt (wir berichteten). 549 Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahre erhielten je nach Alter 4 oder 5 mg Montelukast oder Placebo. Innerhalb eines Jahres verringerte das Medikament die Exazerbationsrate um 32 Prozent, und zwar von 2,3 Episoden pro Jahr auf 1,6. Auch der Verbrauch an Kortikoiden war um 32 Prozent verringert.

Ab April steht Montelukast auch als Singulair® mini 4 mg Granulat für Kinder mit Asthma zwischen sechs Monaten und fünf Jahre zur Verfügung. Seidenberg wies darauf hin, daß das Granulat nicht in heiße Milch, sondern in kühleren Brei gerührt werden sollte.

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