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Neue Therapie-Leitlinien für Kinder mit Asthma

HAMBURG (awa). In der geplanten nationalen Versorgungsleitlinie Asthma bronchiale soll die Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen in vier Schweregrade und Therapiestufen eingeteilt werden. Damit wird diese Leitlinie, die von Vertretern verschiedener Fachgesellschaften erstellt wird, weitgehend an die internationalen Richtlinien angepaßt.

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Das hat Professor Dietrich Berdel, Chefarzt der Kinderabteilung des Marien-Hospitals Wesel in Hamburg berichtet. Als Schweregrad Stufe 1 gelte nach der neuen, noch nicht verabschiedeten Leitlinie ein intermittierendes Asthma mit beschwerdefreien Intervallen von mehr als zwei Monaten. Hier sei keine Dauertherapie notwendig. Nach Angaben von Berdel sind jedoch häufig vorübergehende, antientzündliche Therapien bei rezidivierenden, infektgetriggerten Bronchialobstruktionen sowie bei nur kurzfristigem Allergen-Kontakt indiziert.

Ab Schweregrad 2, dem geringgradig persistierenden Asthma, sei das beschwerdefreie Intervall kürzer als zwei Monate und es liege bereits eine chronische Entzündung vor, so Berdel bei einem MSD-Symposium bei der 26. Jahrestagung der Gesellschaft für pädiatrische Pneumologie. Für die Dauertherapie werden inhalative Kortikosteroide (ICS) empfohlen, jedoch kann bei Kindern und Jugendlichen mit Belastungsasthma vorher für sechs bis acht Wochen ein Therapieversuch mit dem Leukotrienantagonisten Montelukast (Singulair®) gestartet werden.

Ab Schweregrad Stufe 3, dem mittelgradig persistierenden Asthma mit anhaltenden Beschwerden und eingeschränkter Lungenfunktion auch im Intervall, werden ebenfalls ICS als Dauertherapie empfohlen. Tritt keine Besserung ein, können zusätzlich langwirksame Beta-2-Sympathomimetika, Montelukast oder Theophyllin gegeben werden. Berdel plädierte dafür, daß bei Kindern im Vorschulalter der Leukotrienantagonist bevorzugt werden sollte. Denn für diese Altersgruppe gebe es mit den langwirksamen Betamimetika keine Daten, und höhere ICS-Dosierungen könnten das Wachstum verzögern.

Bei Stufe 4, dem schwergradig persistierenden Asthma, haben die Kinder jeden Tag, oft auch in der Nacht, Symptome. Außer ICS als Dauertherapie werden zusätzlich intermittierend oder dauerhaft orale Kortikosteroide empfohlen.

Habe sich die Lungenfunktion normalisiert und träten keine Symptome mehr auf, könne die Medikation reduziert und bei Verschlechterung wieder intensiviert werden, betonte Berdel. Nach drei Monaten sollten Schweregrad und Therapiestufe dann erneut festgelegt werden.

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