Ärzte Zeitung, 24.02.2005

BUCHTIP

Pathophysiologie der COPD

Weltweit ist die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) derzeit die vierthäufigste Todesursache. Dabei ist Rauchen bekanntlich der wichtigste Risikofaktor. Da aber nur etwa zehn bis 20 Prozent der Raucher entsprechende Symptome entwickeln, müssen noch andere Faktoren ätiopathogenetisch beteiligt sein.

Die wichtigsten pathophysiologischen Facetten dieser Lungenerkrankung stellt das Buch "Recent Advances in the Pathophysiology of COPD" vor, herausgegeben von den britischen Pneumologen Trevor Hansel und Peter Barns aus London. In dem Band der Reihe "Progress in Inflammation Research" geht es außer um genetische und pathologische Aspekte der Erkrankung auch zum Beispiel um die Bedeutung von oxidativem Streß und die verstärkte Suche nach therapeutisch nutzbaren Antioxidantien.

Darüber hinaus wird die Bedeutung von Proteinasen, allen voran der neutrophilen Elastase für die Gewebezerstörung bei COPD beleuchtet. Auch der Nutzen der Computertomographie und ihre mögliche Ergänzung funktioneller Tests in der frühen Phase der Erkrankung werden diskutiert.

Schließlich stellen Barnes und Hansel den aktuellen Stand der Erforschung neuer Medikamente vor. Außer Antioxidantien gehören dazu Hemmer der Phosphodiesterase, der Leukotriene, von MAP-Kinasen sowie Agonisten von PPAR-gamma, die bereits in der Diabetestherapie genutzten Glitazone. Konzipiert wurde das Buch sowohl für Ärzte, die COPD-Patienten behandeln, als auch für Pharmakologen. (ple)

Trevor T. Hansel, Peter J. Barnes (Hrsg.): Recent Advances in the Pathophysiology of COPD. Birkhäuser-Verlag, Basel, 231 Seiten, ISBN 3-7643-6914-0, 136,96 Euro.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »