Ärzte Zeitung, 31.03.2005

Bronchodilatator reduziert Luftstau bei COPD-Patienten

Luftstau entsteht durch chronische Bronchialobstruktion mit behindertem exspiratorischem Atemfluß / Tiotropium verbessert Atemmechanik

BERLIN (otc). Atemnot ist das Symptom, das etwa 70 Prozent der Patienten mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) veranlaßt, zum Arzt zu gehen. Wirksame Therapieoptionen sind hier zum Beispiel langwirksame Bronchodilatatoren wie Tiotropium.

"Air Trapping" ist das neue Schlagwort bei Patienten mit COPD. Gemeint ist damit der Luftstau, der als Folge einer chronischen Bronchialobstruktion in Verbindung mit einem behinderten exspiratorischen Atemfluß und einer Lungenüberblähung entsteht.

Ausreichendes Einatmen wird so gut wie unmöglich gemacht. Die eingeatmete Luft kann aber auch nicht wieder ganz ausgeatmet werden. Aussagen wie ‚Ich habe keinen Raum mehr zum Atmen‘ oder ‚Ich fühle mich so überbläht‘ seien daher typisch für COPD-Patienten, sagte Dr. Harald Mitfessel aus Remscheid beim 46. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in Berlin.

Die meisten COPD-Patienten tolerieren ihre Atemnot meist erstaunlich gut und passen ihren Lebensstil der Erkrankung an, so Mitfessel. Dies seien vor allem Patienten, die dann den Aufzug benutzen oder an jedem Schaufenster stehen bleiben, weil ihnen die Luft ausgeht.

Die COPD setzt bei vielen Betroffenen eine Abwärtsspirale in Gang: Durch die Luftnot werden sie zunehmend inaktiv, dadurch kommt es zu Konditionsmangel. Aufgrund der fehlenden Muskelkraft wird dann die Atemmechanik immer schlechter, und die Atemnot nimmt weiter zu. Dies wiederum führe zu sozialer Isolation mit Folgen wie Depressionen, psychosomatischen Störungen, Alkoholabhängigkeit und Suizidgedanken, sagte Mitfessel bei einer Veranstaltung von Boehringer Ingelheim und Pfizer.

Um dem Luftstau entgegenzuwirken sei Tiotropium (Spiriva®) eine gute Therapieoption, sagte Professor Wolfgang Petro von der Klinik Bad Reichenhall. Tiotropium ist ein Anticholinergikum, das nur einmal täglich inhaliert werden muß. Es hemmt langanhaltend die M3-Rezeptoren - diese Rezeptor-Subtypen vermitteln eine cholinerge Reflexbronchokonstriktion.

Petros Fazit aus Anwendungen des Anticholinergikums in Studien und der Praxis: Tiotropium verbessere über einen Abbau des Luftstaus die Atemmechanik und damit die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit der Patienten.

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