Forschung und Praxis, 17.05.2005

Bald neue Option bei schwerem Asthma

"Bei etwa zehn Prozent der Asthma-Patienten gelingt es heute trotz maximaler Therapie mit Glukokortikoiden und langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika nicht, die Symptomatik unter Kontrolle zu bringen", sagte Professor Roland Buhl aus Mainz bei einer von Novartis Pharma unterstützten Veranstaltung in Berlin. Diese schwerkranken Menschen könne der humanisierte, monoklonale Antikörper Omalizumab (Xolair®) helfen.

Omalizumab richtet sich gegen Immunglobulin E, das von Asthma-Patienten verstärkt gebildet wird und letztlich zu einer Verengung der Atemwege führt. Das Medikament wird alle zwei bis vier Wochen subkutan appliziert. In den USA ist es bereits für die Asthma-Therapie zugelassen, die EU-Zulassung wird für Mitte dieses Jahres erwartet.

Der Nutzen dieser Therapie ist mit der Zulassungsstudie INNOVATE (Investigation of Omalizumab in severe Asthma Treatment) belegt worden. Teilgenommen haben 419 Patienten mit schwerem allergischem Asthma bronchiale, die trotz Behandlung eine eingeschränkte Lungenfunktion und häufige Exazerbationen aufwiesen.

Verglichen mit Placebo lag bei einer Behandlung mit Omalizumab zusätzlich zur Standardtherapie die Rate klinisch relevanter Exazerbationen, die eine Notaufnahme nötig machten oder die eine Behandlung mit oralen oder intravenösen Kortikoiden erforderlich machten, im Studienzeitraum um signifikante 26 Prozent niedriger. Schwere Exazerbationen traten in der Verumgruppe sogar nur etwa halb so häufig auf.

Ein signifikanter Vorteil der Therapie ergab sich auch bei der Lebensqualität. Die Global Initiative for Asthma hat Omalizumab daher bereits in ihre Therapie-Empfehlungen bei Asthma der Stufe 4 integriert. (gvg)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »