COPD

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Ärzte Zeitung, 17.01.2006

Montelukast wirkt ähnlich gut wie inhalatives Kortikoid

Vergleichsstudie bei Kindern mit leichtem Asthma

BREMEN (grue). Kinder mit leichtem persistierendem Asthma brauchen weniger Notfall-Medikamente, wenn sie eine Dauertherapie mit Montelukast erhalten. In einer Studie war der Leukotrien-Antagonist ähnlich gut wirksam wie ein inhalatives Kortikosteroid.

An der MOSAIC (Montelukast Study of Asthma in Children)-Studie haben fast 1000 Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren teilgenommen. Alle Studienteilnehmer hatten ein leichtes persistierendes Asthma bronchiale.

Vor Beginn der Einnahme der Prüfmedikation benötigten die Kinder im Mittel an 39 von 100 Tagen ein Notfall-Medikament oder eine Notfall-Versorgung.

Für die doppelt verblindete Multicenter-Studie wurden die Kinder in zwei gleichgroße Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe erhielt täglich oral 5 mg des Leukotrien-Antagonisten Montelukast (Singulair®). Die Kinder in der zweiten Studiengruppe erhielten zum Vergleich zweimal pro Tag 100 Mikrogramm des inhalativen Kortikosteroids Fluticason. Der Beobachtungszeitraum betrug insgesamt zwölf Monate.

Beide Medikamente waren ähnlich gut wirksam, wie Dr. Hans-Georg Bresser von der Kinderklinik Gilead in Bielefeld bei einer von MSD organisierten Veranstaltung berichtet hat. Beide Medikamente erhöhten die Zahl der Tage ohne Asthma-Notfälle um mehr als 20 Prozent. Konkret: Die Kinder benötigten an jeweils über 80 von 100 Tagen keine Notfallversorgung. Auch die Lungenfunktion habe sich in beiden Gruppen ähnlich stark gebessert, sagte Bresser.

Außerdem: Mit Montelukast traten an 68 Prozent und mit Fluticason an 74 Prozent der Studientage keine schweren Asthmaanfälle auf, die einen ungeplanten Arztbesuch oder eine systemische Kortikoid-Therapie erforderten. "Beide Medikamente waren im allgemeinen gut verträglich", sagte Bresser.

Montelukast sei aber einfacher anzuwenden und habe deshalb vermutlich eine höhere Compliance. Denn Kortikosteroide werden nach den Erfahrungen des Pädiaters zu selten und außerdem häufig falsch inhaliert. Das bestätigt eine Befragung von 24 Patienten zum Umgang mit inhalativen Steroiden: 95 Prozent gaben zwar an, sie stets richtig anzuwenden, aber tatsächlich war das nur bei jedem zweiten der Fall, so Bresser.

Mehr Infos zu Asthma bronchiale im Springer Lexikon Medizin, Essay von Professor Claus R. O. Kroegel, S. 173

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