Forschung und Praxis, 26.05.2006

Bei Asthma helfen Kortikoide oft bereits in niedriger Dosis

Antientzündliche Therapie zusammen mit Bronchodilatatoren ist das Maß aller Dinge

Einerseits hat die Prävalenz des Asthmas in vielen Ländern zugenommen, andererseits sind aber auch die Behandlungsmöglichkeiten besser geworden. Zudem haben nicht-medikamentöse Optionen wie Patientenschulung und sportliche Betätigung inzwischen einen höheren Stellenwert - Faktoren, die in der kürzlich erschienenen neuen Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma berücksichtigt sind.

In der Asthma-Therapie ist die antientzündliche Therapie zusammen mit der Bronchodilatation das Maß aller Dinge, sagte Professor Roland Buhl bei der Vorstellung der Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga* in Nürnberg.

Dabei muß man die Kortikoide meist gar nicht so hoch dosieren, denn 80 bis 90 Prozent der klinischen Effekte inhalativer Kortikoide (ICS) werden bereits im niedrigen Dosisbereich erzielt. Reicht dies nicht aus, ist es sinnvoll, statt einer weiteren Erhöhung der Dosis von ICS zusätzlich einen langwirksamen Bronchodilatator zu verordnen.

Patienten, die eine Dauertherapie sowohl mit ICS als auch mit langwirksamen inhalativen Beta-2-Mimetika benötigen, sollten eine feste Kombination aus beiden Substanzen erhalten. Dadurch erhöhen sich klinische Wirksamkeit und Therapie-Treue. Weitere Optionen sind Cromone, Montelukast und Theophyllin. Eine in die Leitlinien neu aufgenommene Therapieoption ist zudem Omalizumab, ein gegen Ig E gerichteter monoklonaler Antikörper.

Darüber und über weitere Asthma-relevante Themen, die auf dem Kongreß vorgestellt wurden, lesen Sie auf den folgenden Seiten. (otc)

*Die Leitlinie gibt es als ausführliche Version (Pneumologie 60, 2006, 139), für die Kitteltasche, als gedruckten Auszug der wichtigsten Tabellen, als Patientenratgeber und für Handhelds: www.atemwegsliga.de

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