Ärzte Zeitung, 07.09.2006

Arznei schützt vor virusbedingtem Asthma-Anfall

Mit Montelukast ließ sich Zahl der Exazerbationen um ein Drittel reduzieren / Studie mit über 500 Kindern

MÜNCHEN (sto). Ein häufiger Auslöser von Asthma-Exazerbationen bei Kindern sind Virusinfektionen. Mit dem Leukotrienrezeptor-Antagonisten Montelukast (Singulair®) lassen sich solche primär virusbedingten Asthmaanfälle häufig vermeiden.

Professor Ulrich Wahn aus Berlin. Foto: privat

Das konnte mit der Previa-Studie (PREvention of Virally Induced Asthma) belegt werden. 549 Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren wurden mit Montelukast behandelt, erinnerte Professor Ulrich Wahn von der Charité in Berlin beim Kongreß der European Respiratory Society (ERS) in München. Ausgewählt wurden Kinder, bei denen sich ein intermittierendes Asthma nach banalen Virusinfekten immer wieder verschlechterte.

Die Kinder bekamen je nach Alter über 48 Wochen einmal täglich vier oder fünf Milligramm Montelukast oral oder Placebo. Die Zahl der Asthma-Exazerbationen reduzierte sich bei der Therapie mit Montelukast im Beobachtungszeitraum im Vergleich zu Placebo um fast ein Drittel, berichtete Wahn bei einem von MSD unterstützten Symposium. Außerdem: Die Zeit bis zur ersten Asthma-Exazerbation betrug mit Montelukast im Median 206 Tage. Im Vergleich dazu betrug sie mit Placebo 147 Tage.

Bei Kindern mit leichtem Asthma ist die Krankheit mit Montelukast ebenso gut unter Kontrolle zu bekommen wie mit einem inhalativen Kortikosteroid. Das wurde in der randomisierten Mosaic-Studie (MOntelukast Study of Asthma In Children) mit 994 Kindern im Alter zwischen sechs und 14 Jahren und leichtem persistierendem Asthma gezeigt. Die Behandlung mit Montelukast sei ähnlich wirksam gewesen wie die mit Fluticason, berichtete Wahn.

Die Zahl der beschwerdefreien Tage habe sich mit der einmal täglichen oralen Einnahme von fünf Milligramm Montelukast in einem ähnlichen Ausmaß wie mit einer zweimal täglichen Inhalation von jeweils 100 Mikrogramm Fluticason erhöht. Beide Substanzen seien insgesamt gut verträglich, so Wahn. Die mit dem Leukotrien-Antagonisten behandelten Kinder wuchsen im Mittel schneller als die Kinder, die das inhalative Kortikoid bekamen.

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