Ärzte Zeitung, 25.09.2006

Asthma: Neuer Inhalator optimiert Arznei-Verteilung in den Bronchien

Formoterol und Beclometason bald in Fixkombi / Geringe systemische Steroidbelastung

MÜNCHEN (wst). Bald steht in Deutschland eine neue inhalierbare Fixkombination aus dem Steroid Beclometason und dem lang wirksamen Beta-2-Mimetikum Formoterol zur Verfügung. Die neuartige Formulierung der bewährten Substanzen in Verbindung mit einem modernen Inhalator ermöglicht auch bei niedriger Dosis eine effektive Verteilung in den Bronchien.

Patient mit Atemnot: Bei moderatem bis schwerem Asthma ist meist eine Kombitherapie erforderlich. Foto: sth

Viele Asthma-Patienten benötigen zur guten Kontrolle ihrer Atemwegserkrankung ein inhalatives Kortikosteroid und ein inhalatives lang wirksames Beta-2-Mimektikum (LABA). Daran hat Professor Ashley Woodcock aus Manchester zum Jahreskongreß der European Respiratory Society (ERS) in München erinnert.

Am ehesten profitierten Patienten von den sich ergänzenden Wirkungen der beiden Substanzklassen durch Kombinationspräparate, weil damit eine bessere Compliance zu erwarten sei.

Bei der neuen Fixkombination des Unternehmens, die unter dem Namen Foster® auf den Markt kommen soll, werden die beiden bewährten Komponenten Formoterol und Beclometason in ultrafeiner Formulierung über ein Dosieraerosol mit Hilfe der Modulite®-Technik inhaliert.

Szintigraphie-Studien hätten ergeben, daß diese Inhalatortechnik in Verbindung mit der kleinen Partikelgröße von nur ein bis zwei Mikrometern eine überdurchschnittlich gute Lungendeposition der Substanzen ermöglicht, so Woodcock auf einem Symposium des Unternehmens Asche Chiesi. Damit ließe sich die systemische Steroidbelastung reduzieren.

Mit der neuen Fixkombination aus Beclometason und Formoterol kann ein moderates bis schweres Asthma mindestens so gut kontrolliert werden wie mit anderen, bereits etablierten Fixkombinationen. Das haben Vergleichsstudien mit mehreren Hundert Patienten ergeben.

STICHWORT

Asthma-Schweregrade bei Erwachsenen

Grad I - intermittierend: Am Tag weniger als einmal pro Woche Symptome, sonst asymptomatisch. Nachts höchstens zweimal im Monat.

Grad II - geringgradig persistierend:Nicht täglich Symptome. Nachts öfter als zweimal im Monat.

Grad III - mittelgradig persistierend:Täglich Symptome. Nachts mehr als einmal pro Woche.

Grad IV - schwergradig persistierend: Tagsüber Dauersymptome, eingeschränkte körperliche Aktivität. Nachts häufig Symptome.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zeit für aggressive Maßnahmen

Viel Geschwätz, wenig Taten: Zeit für aggressive Weichenstellungen in der Diabetes-Prävention, meinen Fachleute. Sie fordern die Lebensmittel-Ampel und Steuern auf ungesunde Produkte. mehr »

Beim Thema Luftschadstoffe scheiden sich die Geister

Gesundheitliche Gefahren von Luftverschmutzung sehen Pneumologen vorrangig als ihr Thema an. Doch die Meinung der Fachärzte darüber ist nicht einhellig. Das zeigt sich auch im Vorfeld ihrer Fachtagung. mehr »

Patienten vertrauen auf Online-Bewertungen

In welche Praxis soll ich gehen? Ihre Entscheidung fällen Patienten zunehmend anhand von Online-Bewertungen – eine Chance für Ärzte, so eine neue Studie. mehr »