Direkt zum Inhaltsbereich

THERAPIE-STANDARD

Schweregrad bestimmt Wahl der Dauertherapie

Für die Behandlung von Patienten mit Asthma wird nach wie vor ein duales Konzept empfohlen: die Bedarfstherapie zur raschen Symptomkontrolle sowie die Dauertherapie, um das Asthma auch langfristig gut in Schach zu halten.

Veröffentlicht:

Bei der Ersteinstellung sollten Patienten mit Asthma nach wie vor nach einem Stufenschema behandelt werden. Das empfiehlt die Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

Patienten mit intermittierendem Asthma (Stufe 1) benötigen lediglich eine Bedarfsmedikation. Als Medikation der ersten Wahl gelten inhalative rasch wirksame Beta-2-Mimetika: Fenoterol, Formoterol, Salbutamol und Terbutalin. Alternativen sind das Anticholinergikum Ipratropium und die Kombination aus einem rasch wirksamen Beta-2-Mimetikum plus einem Anticholinergikum, eine Monotherapie mit rasch wirksamem Theophyllin sowie ein nicht-retardiertes orales Beta-2-Mimetikum.

Bei persistierendem Asthma sollten zusätzlich eine Dauertherapie je nach Schweregrad der Erkrankung erfolgen. Das bedeutet konkret:

  • Für Erwachsene mit leichtem persistierendem Asthma (Stufe 2), die also mehrmals pro Woche, aber nicht täglich tagsüber Symptome haben, werden inhalative Kortikoide (ICS) niedrig dosiert empfohlen: Beclometason (etwa Sanasthmyl), Budesonid (etwa Pulmicort), Fluticason (etwa Flutide), Mometason (Asmanex), Ciclesonid (Alvesco).
  • Erwachsene mit mittelgradig (Stufe 3) oder schwergradig (Stufe 4) persistierendem Asthma, also mit täglichen oder dauernden Symptomen, sollten primär mit ICS plus inhalativem lang wirksamem Beta-2-Mimetikum (Formoterol, Salmeterol), gegebenenfalls als feste Kombination, therapiert werden. Erhältlich sind als Fixkombi Budesonid plus Formoterol (Symbicort) sowie Fluticason plus Salmeterol (Viani, atmadisc) und mittlerweile auch Beclometason plus Formoterol (Foster, Inuvair). Alternativen zu lang-wirksamen Beta-2-Mimetika (LABA) oder zusätzliche Optionen sind in Stufe 3 der Leukotrienantagonist Montelukast, retardiertes Theophyllin sowie ein retardiertes orales Beta-2-Mimetikum. In Stufe 4 sind zusätzliche Optionen: Theophyllin und systemische Steroide.

Eine weitere Option für Patienten in Stufe 4 mit allergischem Asthma ist der humanisierte Antikörper Omalizumab. Die Substanz wird empfohlen, wenn andere Therapien wie hochdosierte inhalierbare Steroide und lang wirksame Beta-2-Mimetika (LABA) nicht ausreichen.

Bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma sind Schweregrad-Einteilung und Dauertherapie anders:

  • Für Kinder und Jugendliche mit geringgradig persistierendem Asthma (Stufe 2), das heißt mit symptomfreien Intervallen von weniger als zwei Monaten, werden primär niedrig dosierte ICS empfohlen. Alternativen sind Montelukast und Cromone.
  • Kinder mit mittelgradigem persistierendem Asthma (Stufe 3), die also mehrmals pro Woche Symptome haben, können zusätzlich zu ICS entweder LABA, Montelukast oder Theophyllin erhalten.
  • Kinder mit schwergradig persistierendem Asthma (Stufe 4), die anhaltend Symptome haben, sollten zusätzlich zu ICS plus LABA Montelukast, Theophyllin oder systemische Kortikosteroide bekommen. (ikr)

Lesen Sie dazu auch:

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen

Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Besser als Atemtherapie?

Supragastrisches Aufstoßen lässt sich mit Gesang vertreiben

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt