Ärzte Zeitung, 09.02.2009

Jeder dritte Mann über 70 Jahre hat eine COPD

Studie belegt: Prävalenz ist bei starken Rauchern viel höher als bei Nichtrauchern

HANNOVER (ikr). Die Prävalenz der COPD ist in Deutschland offenbar recht hoch: Gut 13 Prozent der über 40-Jährigen sind nach einer repräsentativen Stichprobe von der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung betroffen.

Ein Team um Dr. Henning Geldmacher von der MHH hat 683 Probanden aus der Region Hannover im Alter von 40 Jahren und darüber untersucht (DMW 133, 2008, 2609). Alle Teilnehmer der sogenannten BOLD-Studie wurden nach ihrem Rauchverhalten befragt und spirometrisch untersucht.

Der Anteil der Raucher lag bei 21 Prozent. Bei 13 Prozent der Probanden wurde eine COPD diagnostiziert. Etwa sieben Prozent hatten eine leichte COPD - Stadium I nach GOLD mit einem FEV1-Wert von mindestens 80 Prozent des Sollwertes. Fünf Prozent hatten eine mittelschwere COPD (GOLD II; FEV1 unter 80 Prozent, aber mindestens 50 Prozent). Knapp ein Prozent der Untersuchten hatte eine schwere COPD (GOLD III/IV; FEV1 unter 50 Prozent).

Die Prävalenz der COPD steigt mit dem Lebensalter und dem Nikotinkonsum. So waren von den über 70-jährigen Frauen 25 Prozent und von den Männern dieser Altersgruppe 30 Prozent betroffen, aber nur 22 Prozent der 50- bis 59-jährigen Männer und 5 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe. Außerdem: 10 Prozent der Nichtraucher und 8 Prozent der Nichtraucherinnen hatten eine COPD, aber 20 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen, die mehr als 20 Jahre lang eine Packung Zigaretten täglich rauchten.

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