Ärzte Zeitung, 02.04.2009

Training steigert bei COPD-Kranken Effekt der Medikation

MANNHEIM (bd). Rauchverzicht und viel Bewegung heiße die Devise bei COPD-Patienten, auch wenn es schwer falle, betonte Dr. Rüdiger Sauer aus Ulm. Bei leichten Formen der COPD könnten bei Bedarf zusätzlich kurz wirksame Bronchodilatatoren eingesetzt werden. Liegt der FEV1-Wert unter 80 Prozent des Solls (Stufe II-IV) sollte früh in die Dauertherapie mit langwirksamen Bronchodilatatoren eingestiegen werden, um Lungenfunktion und Lebensqualität zu verbessern, riet Sauer bei der von den Unternehmen Boehringer Ingelheim und Pfizer unterstützten Veranstaltung. Inhalative Kortikoide sollten erst dann gegeben werden, wenn wiederholt Exazerbationen auftreten, empfahl der Experte.

Mit dem langwirksamen Anticholinergikum Tiotropium (Spiriva®) lässt sich die Lungenfunktion im Vergleich zu Placebo deutlich steigern, wie die UPLIFT-Studie bestätigt. Die Belastungsdauer der Patienten auf dem Fahrradergometer mit 75 Prozent ihrer maximalen Leistung sei mit der Substanz um 42 Prozent gesteigert worden, sagte Sauer. Wurde zusätzlich noch ein Sportprogramm angeboten, wurde die Belastungsdauer um 62 Prozent erhöht.

Bei der Entscheidung, ob Asthma oder eine COPD vorliegt, hilft der Quick-Check-Test mit vier Fragen: Liegt das Erkrankungsalter unter 40 Jahren, bestehen Allergien, ist der Nikotinabusus mäßig (unter zehn Packungsjahre, etwa 10 Jahre lang weniger als 20 Zigaretten pro Tag) und der Husten trocken, deutet dies auf Asthma hin. Wer über 40 Jahre alt ist, keine Allergien hat, starker Raucher ist (über zehn Packungsjahre) und Husten mit Schleimabsonderung hat, leidet eher an einer COPD.

www.copd-aktuell.de

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