Ärzte Zeitung, 18.11.2009

Medikation und Körpertraining lindern Symptome

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Mit Spirometrie lässt sich der Therapieerfolg bei COPD beurteilen.

Foto: Klaro

Von Ingrid Kreutz

COPD-Patienten haben heutzutage gute Chancen auf eine effektive Therapie, etwa mit Raucherentwöhnung und Medikation. Dadurch lassen sich die Beschwerden lindern, und die Krankheitsprogression wird verzögert.

Zur Therapie bei COPD empfehlen die Deutsche Atemwegsliga und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie in ihrer gemeinsamen Leitlinie ein Stufenschema je nach Schweregrad. Danach gilt für alle Patienten (Stadium I bis IV): Risikofaktoren, vor allem das Rauchen vermeiden, Grippe- und Pneumokokkenimpfung und bei Bedarf kurzwirksame Bronchodilatatoren. Hierzu zählen die Beta-2-Mimetika Fenoterol, Salbutamol und Terbutalin sowie das Anticholinergikum Ipratropium. Ipratropium gibt es auch als Fixkombi mit Fenoterol. Zugelassen für die Bedarfsmedikation bei COPD ist auch das rasch und zugleich lang wirksame Beta-2-Mimetikum Formoterol.

Ab Stadium II, das heißt bei FEV1-Werten von 80 Prozent oder weniger, wird die zusätzliche Dauertherapie mit langwirksamen Bronchodilatatoren empfohlen, um die Atemnot und die Exazerbationsrate zu reduzieren. Zu ihnen zählen das Anticholinergikum Tiotropium und die Beta-2-Mimetika Formoterol und Salmeterol. Ab Stadium III (FEV1 unter 50 Prozent) wird - bei wiederkehrenden Exazerbationen - die zusätzliche Dauertherapie mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS) empfohlen. Verfügbar sind ICS wie Beclometason, Budesonid und Fluticason. Fixkombis mit langwirksamem Beta-2-Mimetikum plus ICS sind weitere Optionen: Formoterol plus Budesonid sowie Salmeterol plus Fluticason. Bezüglich Symptome und Häufigkeit der Anwendung von Bedarfsmedikation waren in Studien die Fixkombis den Einzelsubstanzen überlegen. Die  Fixkombi mit Salmeterol plus Fluticason ist auch für Patienten im Stadium II zugelassen (FEV1 < 60 % vor Anwendung eines Bronchodilatators), die trotz Dauertherapie mit einem Bronchodilatator signifikante Symptome aufweisen und wiederholte Exazerbationen in der Anamnese haben.

Nicht nur Medikation, sondern auch regelmäßiges Körpertraining macht COPD-Kranken das Leben leichter. Durch körperliches Training werden Patienten im Alltag belastbarer. Außerdem haben die Patienten weniger Exazerbationen und müssen seltener ins Krankenhaus als Untrainierte. Nicht zuletzt kann durch Training auch dem bei COPD-Kranken erhöhten Osteoporose-Risiko entgegengewirkt werden. Besonders günstig sind Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren und Schwimmen, weil die Belastungsintensität und damit Atemminutenvolumen und Luftströmung in den Atemwegen relativ niedrig liegen. Sinnvoll sind, besonders für ältere Patienten in schlechtem Trainingszustand, auch Koordinationsübungen.

Vor Trainingsbeginn ist eine gründliche Eingangsuntersuchung mit Spiroergometrie notwendig. Patienten, die FEV1-Werte von mindestens 60 Prozent und eine Belastbarkeit von mindestens 50 Watt (mehr als ein Watt pro kg KG) haben und ansonsten keine chronischen Krankheiten wie Diabetes oder KHK, können an einer ambulanten Lungensportgruppe teilnehmen.

Lesen Sie dazu auch das Interview:
Professor Carl-Peter Criée: "Spirometrie ist A und O bei COPD-Diagnose"

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