Ärzte Zeitung, 14.07.2010

Hitze und Ozon setzen Atemwegskranken zu

Hohe Ozonbelastung kann Lungenfunktion verschlechtern / Kortikoidsprays sollten in Reichweite sein

NEU-ISENBURG (mut). Nicht nur die Hitze macht derzeit vielen chronisch Kranken zu schaffen, auch hohe Ozonwerte können belasten. Vor allem Lungenkranke sollten mittags anstrengende Aktivitäten im Freien meiden.

Hitze und Ozon setzen Atemwegskranken zu

Die maximalen Stundenmittelwerte der Ozonkonzentration am 10. Juni: vor allem der Norden weißt Werte teils deutlich über 180 µg/qm auf.

© Umweltbundesamt

Bei der Rekordhitze am vergangenen Samstag erreichten die Ozonkonzentrationen an vielen Orten stark erhöhte Werte von über 180 μg/m3. Bei solchen Werten können Schleimhautreizungen in Hals und Rachen, Kopfschmerzen, Hustenreiz und tränende Augen auftreten. Zudem kann sich die Lungenfunktion verschlechtern.

Hohe Ozonwerte sind daher gerade auch für Menschen mit Lungen- und Bronchial-Erkrankungen wie COPD und Asthma ein Problem. Daran hat Dr. Georg Nilius von der Helios-Klinik für Pneumologie und Allergologie in Hagen-Ambrock erinnert.

"Wichtig ist, sich selbst genau zu beobachten", rät Nilius in einer Mitteilung der Klinik. Wer bereits Medikamente wie Kortikoidsprays nimmt, sollte diese immer bei sich tragen und bei Atemproblemen zügig benutzen. Hier gelte das Motto: Besser einmal zu viel als einmal zu wenig. Auch größere Anstrengungen sollten solche Patienten vermeiden. "Auf gar keinen Fall Sport treiben", so Nilius. Das gelte auch fürs Schwimmen im Freibad. Für die kommenden Tage werden vor allem in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Bayern Ozon-Werte von teilweise über 180 μg/m3 prognostiziert.  Ab diesem Wert muss die Bevölkerung über die Ozongefahr informiert werden.

Aktuelle Ozonwerte und Prognosen gibt es etwa beim Umweltbundesamt:
www.env-it.de/umweltbundesamt/luftdaten/map.fwd?comp=O3

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »