Ärzte Zeitung online, 17.10.2013

Kommentar

COPD ohne Rauchzeichen

Bei Nichtrauchern verläuft COPD deutlich harmloser als bei (Ex)-Rauchern.

Von Beate Schumacher

Rauchen Sie oder haben Sie geraucht? So lautet eine zentrale Frage in der COPD-Diagnostik. Mit gutem Grund: Tabakkonsum ist der wichtigste Risikofaktor für eine COPD, er erhöht das Erkrankungsrisiko um das 13-Fache.

Zum Ausschluss des Lungenleidens taugt die Frage jedoch nicht: Jeder fünfte Patient kann sie ehrlich verneinen - obwohl die Spirometrie ihn als COPD-Patienten ausweist.

Wer das Pech hat, ohne jemals geraucht zu haben, an einer COPD zu erkranken, ist im Vergleich zu COPD-kranken (Ex)-Rauchern aber immer noch im Vorteil: Die Krankheit scheint einen milderen Verlauf zu nehmen und auf die Lunge beschränkt zu bleiben, wie eine dänische Studie zeigt.

Ob das etwas abweichende Krankheitsbild eine andere Behandlung erfordert, ist aber unklar, da COPD-Patienten ohne Rauchervergangenheit in der Regel aus Therapiestudien ausgeschlossen wurden.

Es ist daher dringend notwendig, dass die keineswegs kleine Gruppe der Nieraucher mit COPD in Studien nicht länger missachtet wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Patienten nicht schon bei der Diagnose durchs Raster fallen.

Lesen Sie dazu auch:
COPD: Nichtraucher mit besserer Prognose

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