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Sars-Erreger wurden im Flugzeug leicht übertragen

NEU-ISENBURG (ner). Die rasche Ausbreitung der Lungenkrankheit SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) in Südostasien im vergangenen Jahr ist wahrscheinlich auch mit erheblichen Infektionsraten in Passagierflugzeugen zu erklären. Eine hohe Infektionsgefahr in Flugzeugen war lange Zeit bestritten worden.

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Hinweise auf die Infektionsgefahr bei Flügen ergab die Befragung von Passagieren dreier Flüge zwischen Hongkong und Taipei sowie zwischen Hongkong und Peking. Unter den Fluggästen war jeweils mindestens ein Passagier gewesen, der nachweislich mit den Sars-Erregern infiziert war, ein sogenannter Index-Patient.

Insgesamt wurden 304 der 681 Flugpassagiere ein bis zwei Wochen nach den jeweiligen Flügen interviewt. Demnach war das Infektionsrisiko besonders für Menschen in derselben Sitzreihe wie der Index-Patient oder in den ersten drei Sitzreihen davor erheblich, nämlich um das Dreifache erhöht, im Vergleich zu den übrigen Passagieren, berichten Dr. Sonja J. Olsen von den Centers for Disease Control in Nonthaburi in Thailand und ihre Kollegen (NEJM 349, 2003, 2416). Allerdings saßen 56 Prozent der von den Index-Patienten angesteckten Personen relativ weit entfernt.

Bei 16 der interviewten Mitreisenden war Sars labortechnisch nachgewiesen worden, zwei weitere galten gemäß der WHO-Kriterien als erkrankt, fünf starben. Hinzu kommen vier Chinesen, die nicht interviewt werden konnten und höchstwahrscheinlich nach den Flügen Sars-krank wurden, sowie ein weiterer Verdachtsfall.

Bei einem der drei Flüge wurde keine Ansteckung nachgewiesen, allerdings hatten die Wissenschaftler nur 74 der 315 Passagiere befragen können. Da der Index-Patient in diesem Flugzeug im Unterschied zu den Patienten in den beiden anderen Flügen noch keine Symptome hatte, vermuten Olsen und ihre Kollegen, daß die Ansteckungsgefahr von der Phase der Sars-Erkrankung abhängt. Das Übertragungsrisiko nimmt danach zu, wenn die Symptome Fieber und Husten auftreten.

Außerdem variiere das Risiko je nach Flugdauer, Größe des Flugzeugs und Typ des Ventilationssystems im Flugzeug. Zudem gebe es vermutlich sogenannte Superspreader, also Sars-Infizierte, die aufgrund mehrerer Faktoren besonders viele Menschen anstecken können.

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