Ärzte Zeitung, 04.11.2004

BASISDIAGNOSTIK ATEMWEGSKRANKHEITEN

Vor Röntgen und Peak-flow kommen Anamnese und Abhören

Wie umfangreich muß die Diagnostik bei Patienten sein, die mit chronischem Husten und Luftnot in die Praxis kommen? An welche Krankheiten muß differentialdiagnostisch gedacht werden? Kompetent und anschaulich gibt Professor Klaus Wahle, niedergelassener Allgemeinmediziner aus Münster, in seinem Vortrag Ratschläge.

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"Die wichtigsten Instrumente in der hausärztlichen Basisdiagnostik sind Anamnese und gründliche körperliche Untersuchung", sagt Wahle und bricht damit eine Lanze für die Wertigkeit der klassischen ärztlichen Untersuchungstechniken, die - vom Stethoskop abgesehen - ohne technische Geräte auskommen. Und: "Es ist wichtig, sich nicht frühzeitig und zu früh auf eine bestimmte Diagnose festzulegen und andere mögliche Differentialdiagnosen aus den Augen zu verlieren."

Jeder denkt bei chronischem Husten, also einem Husten, der mehr als vier Wochen dauert, sofort an Rauchen oder chronische Bronchitis. Aber Wahle nennt als häufige Ursachen für chronischen Husten auch gastroösophagealen Reflux oder medikamentös induzierten Husten, etwa bei ACE-Hemmer- oder Betablocker-Therapie. Seltene Ursachen sind Krebs, Herzklappenfehler oder interstitielle Lungenkrankheiten.

Für Wahle ist es wichtig, zunächst eine ausführliche Anamnese, einschließlich einer Familienanamnese, zu machen. Dabei wird gezielt nach Atopien gefragt, auch bei nahen Verwandten. Und auch, ob Husten und Dyspnoe zu einer bestimmten Saison oder etwa in Räumen auftreten. Weitere wichtige Fragen nennt Wahle in seinem Vortrag.

Worauf der Kollege Wert legt: Patienten sollten den Oberkörper frei machen! Dann kann man nämlich auch auf die Zwischenrippenräume schauen. Eine deutliche Verbreiterung etwa macht die Diagnose Emphysem fast sicher. Abklopfen und Auskultation sind ebenfalls wichtig.

Zur Basisdiagnostik gehört auch ein Röntgenthorax in zwei Ebenen. "Schicken Sie die Patienten mit gezieltem Auftrag zum Ausschluß eines Bronchial-Karzinoms", sagt Wahle. Ganz wichtig sind auch Lungenfunktionsprüfungen. Provokationstests zum Auslösen einer Obstruktion sollte man aber Pulmologen überlassen. Welche Laboruntersuchungen wichtig sind, wie Peak-flow-Protokolle bei Asthma oder Obstruktion aussehen, und wann Patienten zum Facharzt überwiesen werden sollten, all das erfährt man im Vortrag. (gwa)

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