Ärzte Zeitung, 18.11.2004

Makrolid-Antibiotikum - Alternative bei Bronchitis

Heilung oder Besserung bei 90 Prozent / Azithromyzin gibt es demnächst auch für die intravenöse Therapie

MÜNCHEN (sto). Bei der akuten Exazerbation einer chronischen Bronchitis können nach Angaben von Professor Hartmut Lode aus Berlin auch Makrolid-Antibiotika wie Azithromycin oder Clarithromycin verwendet werden: Studien, in denen die modernen Makrolidantibiotika mit Fluorchinolonen verglichen wurden, hätten gleichwertige Ergebnisse erbracht, so Lode.

Für Patienten mit einer Exazerbation ihrer purulenten Bronchitis, die Schwierigkeiten haben, Tabletten einzunehmen, werde es Azithromycin (Zithromax®) demnächst auch für die intravenöse Therapie geben, sagte Lode. Azithromycin i.v. in Kombination mit Cephalosporinen sei zudem der Standard für hospitalisierte Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie und Risikofaktoren.

In einer Zufallsauswahl-Studie, an der 342 Patienten mit einer akuten Exazerbation chronischer Bronchitis teilgenommen hatten, sei belegt worden, daß Azithromycin klinisch und bakteriologisch so effektiv ist wie Moxifloxacin, berichtete Lode bei einer Pressekonferenz der Unternehmen Mack und Pfizer in München. Die Patienten bekamen drei Tage 500 mg Azithromycin einmal täglich oder fünf Tage 400 mg Moxifloxacin einmal täglich.

Am Therapieende nach zehn bis zwölf Tagen betrugen die klinischen Erfolgsraten - Heilung oder Besserung - bei den mit Azithromycin Behandelten 89,6 Prozent und 90,3 Prozent in der Moxifloxacin-Gruppe. Am Studienende nach 22 bis 26 Tagen ergaben sich bei Azithromycin Erfolgsraten von 81,1 Prozent und bei Moxifloxacin von 81,5 Prozent, berichtete Lode.

Ähnlich seien auch die bakteriologischen Erfolgsraten ausgefallen. Sie lagen bei Azithromycin am Therapieende bei 89,4 Prozent, am Studienende bei 91,3 Prozent und bei Moxifloxacin bei 84,5 Prozent zu Therapie- und bei 72,7 Prozent zu Studienende. Unerwünschte Wirkungen, die meist moderat waren, kamen bei 18 Prozent der Azithromycin- und bei 19 Prozent der Moxifloxacin-Patienten vor.

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