Ärzte Zeitung, 07.03.2005

Diagnose Schlafapnoe bald durch Hausärzte?

Mit einem neuen Gerät läßt sich klären, ob ein Patient in ein Schlaflabor gehört / Leistung als IGeL abrechenbar

MÜNCHEN (kat). Die Schlafapnoe bleibt bisher oft unentdeckt. Dies soll sich nach den Vorstellungen der ResMed GmbH nun ändern. Durch ein neues Gerät sollen Hausärzte in die Diagnose einbezogen und Schlaflabors entlastet werden. Mit dem microMESAM®, einem Risiko-Indikator, kann in einer Individuellen Gesundheits-Leistung ( IGeL) eine schlafbezogene Atemstörung abgeklärt werden.

Mit dem neuen Gerät läßt sich einfach und wirtschaftlich über Nacht das Risiko schlafbezogener Atmungsstörungen sicher feststellen. Foto: ResMed

Ob ein Patient, der über Symptome wie Schnarchen, verminderte Leistungsfähigkeit, Hypertonie und Übergewicht klagt, ins Schlaflabor gehört, kann mit dem neuen Gerät der ResMed GmbH aus Martinsried, in nur einer Nacht im häuslichen Umfeld geklärt werden. Wie der Geschäftsführer Caspar Graf Stauffenberg bei einer Pressekonferenz sagte, erlaubt das Gerät eine Aussage darüber, ob der Patient eine schlafbezogene Atemstörung aufweist. Wenn ja, sollte er für eine polysomnographische Untersuchung an den Fachmann überwiesen werden.

Das Prozedere ist einfach. Der Patient erhält eine kurze Einweisung in der Praxis, von der er das Gerät ausleiht. Am Abend muß er es vor dem Schlafengehen um den Brustkorb binden, den Atemmeßschlauch an den Rekorder schließen, den Nasensensor anlegen und auf Start drücken. Damit er ganz sicher ist, daß alles korrekt angeschlossen ist, blinkt eine Kontrolleuchte.

Am Morgen muß der Patient nur das Gerät abschalten und in die Praxis bringen, wo der Rekorder an den PC angeschlossen und der Befund innerhalb von fünf Minuten vollautomatisch erstellt wird. Die etwa eine DIN-A-4-Seite lange Auswertung beinhaltet eine klare Aussage, ob sich der Verdacht erhärtet hat.

Eine Schulung des Personals ist also nicht erforderlich.Die Leistung kann als IGeL (20 bis 50 Euro) abgerechnet werden. Wie Graf Stauffenberg sagte, hat sich das Gerät nach etwa 70 Anwendungen amortisiert. An laufenden Kosten kämen nur die für Atemmeßschläuche hinzu.

Nach Aussagen von Graf Stauffenberg müßten viele kardiologische Patienten auch mit nCPAP (nasal continuous airway pressure) behandelt werden: 60 Prozent der Schlafapnoe-Patienten sind kardiologische Patienten. Eine Hypertonie, die schlecht in den Griff zu bekommen ist, kann ein Hinweis sein.

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