Direkt zum Inhaltsbereich

Bosentan hält Progression der pulmonalen Hypertonie auf

BERLIN (ku). Wenn man die Endothelinrezeptoren hemmt, kann man damit wirksam die Symptome einer pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) lindern und das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten. Der oral zu verabreichende duale Endothelinrezeptor-Antagonist Bosentan wird in den internationalen Therapie-Empfehlungen als Mittel der ersten Wahl genannt.

Veröffentlicht:

Die pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) ist eine seltene Krankheit. Weltweit sind nur etwa 100 000 Menschen betroffen. Aber diese Menschen leiden sehr unter den Symptomen, zu denen am Anfang vor allem Dyspnoe und Müdigkeit gehören. Im weiteren Verlauf der Erkrankung führen die chronische Druckerhöhung und ein Remodelling der Lungengefäße zur Rechtsherzinsuffizienz.

Zentrale Bedeutung in der Pathogenese der PAH hat das Endothelinsystem, sagte Professor Ralf Ewert von der Universität Greifswald. Der Pneumologe wies bei einem Symposium von Actelion beim Pneumologenkongreß in Berlin darauf hin, daß erhöhte Endothelin-1-Spiegel bei PAH mit den hämodynamischen Veränderungen und auch mit der Prognose korreliert sind. Endothelin sei der stärkste Vasokonstriktor, den wir kennen, außerdem fördere es die Proliferation und könne Entzündung und Fibrosierung auslösen.

Professor Horst Olschewski aus Graz erinnerte daran, daß Bosentan in einer Pilotstudie und in einer größeren randomisierten Doppelblindstudie die körperliche Leistungsfähigkeit der Patienten verbessert und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt hat. Diese beiden Studien haben im Jahr 2002 zur Zulassung von Bosentan geführt. Die Substanz wurde dann bei der 3. PAH-Weltkonferenz 2003 in Venedig im Therapie-Algorhythmus für die fortgeschrittene PAH (NYHA-Klasse III) nach Empfehlungen der European Society of Cardiology (ESC) an die oberste Stelle gesetzt. Bosentan (Tracleer®) ist der erste Endothelinrezeptor-Antagonist, der in Deutschland zur Behandlung von PAH-Patienten zugelassen ist.

Eine weitere im Therapie-Algorhythmus für die PAH empfohlene Substanzgruppe bilden die Prostanoide, die allerdings in Deutschland noch nicht zugelassen sind. Ebenfalls empfohlen wird der Phosphodiesterase-Hemmer Sildenafil, obwohl er weltweit noch keine Zulassung für die Indikation pulmonale Hypertonie hat. Die Substanz hat sich aber in einer Studie mit PAH-Patienten, deren Daten schon vorgestellt, aber noch nicht veröffentlicht wurden, als vielversprechend erwiesen.

Weil es effektive Therapien gibt, sei es wichtig, PAH-Patienten früh zu erkennen, betonte Olschewski. Dabei solle man nicht so sehr auf dicke Beine achten, die seien ein spätes Symptom. Ein früher Hinweis sei vielmehr die Luftnot bei Belastung.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Für ausgewählte Patienten

Transplantation als Chance beim Lungenkarzinom?

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Deutscher Rheumatologiekongress startet

Rheumatoide Arthritis: Eingreifen, bevor sie ausbricht!

Lesetipps
Eine Tafel mit digitale Ziffern und in der Mitte steht "KI"

© 3dkombinat / stock.adobe.com

Interview zum Urologie-Kongress

Wie wird KI die Urologie verändern, DGU-Präsidentin Krege?

Roboter schreibt mit einem Stift

© Shafay / Stock.adobe.com

Diagnostik, Dokumentation und Co

KI in der Medizin: Diese Limitationen sollten Ärzte im Blick haben