Ärzte Zeitung, 05.10.2005

Haushaltssprays, regelmäßig benutzt, erhöhen Asthmarisiko

Ergebnisse einer EU-Studie mit 3500 Teilnehmern

KOPENHAGEN (ner). Patienten mit asthmatischen Beschwerden sollte man nach der Verwendung von Haushalts-Sprays fragen. Es gibt jetzt Hinweise aus einer großen europäischen Studie, daß solche Sprays möglicherweise Asthma auslösen können.

Wer an bis zu drei Tagen pro Woche Reinigungssprays oder Lufterfrischer verwendet, erhöht sein Risiko, Asthma zu bekommen, um 40 Prozent, im Vergleich zu Menschen, die solche Mittel nur selten, und zwar weniger als einmal wöchentlich, benutzen.

Darauf wies Dr. Jan-Paul Zock vom "Barcelona Municipal Institute for Medical Research" hin. Dieses Risiko erhöhe sich auf bis zu 70 Prozent bei regelmäßiger Anwendung an vier bis sieben Tagen pro Woche. Das belegen Ergebnisse einer Studie mit 3500 Menschen in zehn europäischen Ländern.

Die Probanden waren zufällig ausgewählt und neun Jahre lang regelmäßig befragt und untersucht worden, berichtete Zock beim Jahreskongreß der European Respiratory Society (ERS) in Kopenhagen. Zu Beginn der Studie hatte keiner der Teilnehmer Asthma, am Ende waren es 200, also insgesamt knapp sechs Prozent, sagte Zock zur "Ärzte Zeitung".

Die Sprays enthalten feine Partikel, die leicht in die Lunge gelangen können und dort Irritationen auslösen. Zock betonte, daß auch andere Haushalts-Chemikalien dazu beitragen können, daß Asthma entsteht. Dazu gehören Ammoniaklösungen sowie Bleich- und Färbemittel.

Nach Ergebnissen einer finnisch-britischen Studie, die ebenfalls in Kopenhagen vorgestellt wurde, können möglicherweise auch Zemente zum Verputzen von Wänden Asthma auslösen. Das sei vor allem für Heim- und Handwerker bedeutsam, sagte Dr. Maritta S. Jaakkola von der Universität in Helsinki. Sie forderte deshalb, auf adäquate Schutzmaßnahmen zu achten. Tapezieren, Malern und Lasieren erhöhe dagegen nicht das Asthma-Risiko.

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