Direkt zum Inhaltsbereich

Lungenhochdruck bei Kollagenosen kommt häufig vor

DRESDEN (djb). Nach Schätzungen sind weltweit 100 000 Patienten an einer pulmonalen arteriellen Hypertonie erkrankt. Idiopathisch seien dabei nur ein bis zwei Prozent der Erkrankungen, sagt Professor Hans-Hartmut Peter von der Universitätsklinik in Freiburg. Sehr viel häufiger kommt die pulmonale arterielle Hypertonie PAH in Assoziation mit Kollagenosen vor, besonders mit der progressiven systemischen Sklerodermie.

Veröffentlicht:

Nach den Diagnosekriterien des American College of Rheumatologie (ACR) kann die Diagnose systemische Sklerodermie gestellt werden, wenn das Hauptkriterium "symmetrische Sklerose proximal der Metacarpophalangeal- oder der Metatarsophalangealgelenke" erfüllt ist oder wenn zwei Nebenkriterien zutreffen. Dazu gehören etwa Sklerodaktylie und bilaterale basale Lungenfibrose.

Bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie bei Sklerodermie ist die pulmomale arterielle Hypertonie nach der Lungenfibrose die zweithäufigste Todesursache, gefolgt von kardialen oder renalen Komplikationen und Karzinomen.

Die ohnehin ungünstige Prognose bei systemischer Sklerodermie werde durch die Entwicklung einer pulmonalen arteriellen Hypertonie weiter verschlechtert, machte Peter deutlich. Eine jährliche Untersuchung auf pulmonale arterielle Hypertonie mit nicht-invasiver Echokardiographie oder einer Rechtsherzkatheter-Untersuchung sei daher dringend geboten.

Eine frühe Diagnose ermögliche auch eine möglichst frühe und konsequente Therapie gegen die pulmonale arterielle Hypertonie, etwa mit dem Endothelin-1-Rezeptor-Antagonist Bosentan, betonte Peter.

Bosentan (Tacleer®) kann zu einer symptomatischen Verbesserung führen und die Progredienz der Erkrankung verzögern, erinnerte Peter bei einem von Actelion unterstützten Symposium in Dresden. Zudem vermindere der Endothelin-Rezeptor-Antagonist auch die Fibrosierung und Hypertrophie der Gefäße und reduziere die Zahl neuauftretender digitaler Ulzerationen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Arbeitserleichterung

So schenkt KI Ärztinnen und Ärzten mehr Zeit für Patienten

Daten aus Japan

Extreme Hitze scheint Demenz zu beschleunigen

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht

Lesetipps
Ein alter Patient sitzt einer jüngeren Ärztin gegenüber.

© Ben / stock.adobe.com / generated AI

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland