Ärzte Zeitung, 06.12.2005

Vorteil für hohe Tobramycin-Dosis bei Mukoviszidose

KRETA (cin). Inhalieren Mukoviszidose-Patienten 300 mg Tobramycin zur Therapie gegen chronische Pseudomonas-Infektionen, bessert sich ihre Lungenfunktion stärker als bei der Inhalation mit 80 mg. Beim FEV1 (Ein-Sekunden-Ausatemkapazität ) wirkt sich nur die höhere Dosis positiv aus.

Diese Ergebnisse der Arbeitsgruppe von Professor Felix Ratjen aus Essen wurden auf einem Kongreß der Europäischen CF-( Mukoviszidose)-Gesellschaft in Kreta vorgestellt. An der Studie nahmen 32 Patienten teil. Eine Gruppe inhalierte über drei Monate 80 mg Tobramycin.

Die andere Gruppe inhalierte 28 Tage 300 mg Tobramycin, machte dann eine 28 tägige Therapiepause und setzte anschließend die Inhalationen fort. Nach drei Monaten wurden die Therapieschemata gewechselt. Der Vorteil der Tobramycin-Anwendung mit Therapiepausen liegt dabei nach Angaben des Unternehmens Chiron Biopharmaceuticals, das die Studie unterstützt hat, darin, daß so bei Langzeittherapie Resistenzen vorgebeugt wird.

Bei der 300 mg-Gruppe verbesserte sich die Lungenfunktion, besonders die FEV1 (Ein-Sekunden-Ausatemkapazität ). In der 80 mg-Gruppe verschlechterten sich die Werte. Zusätzlich bevorzugten 19 Teilnehmer nach Abschluß der Studie die höhere Dosierung von Tobramycin ( TOBI®).

Die Ergebnisse der Studie belegen die Vorteile von 300 mg Tobramycin, sind aber nicht signifikant. Um dies zu erreichen, müßte die Studie nach Angaben der Wissenschaftler umfangreicher gestaltet werden.

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