Neue Empfehlungen stärken Stellenwert der Ganzkörperplethysmographie

Die Deutsche Atemwegsliga und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin haben gemeinsam neue Empfehlungen zur Ganzkörperplethysmographie herausgegeben.

Christina OttVon Christina Ott Veröffentlicht:
Lungenkrankes Kind bei der Ganzkörperplethysmographie. Diese Methode ist eine wichtige Ergänzung zur Spirometrie.

Lungenkrankes Kind bei der Ganzkörperplethysmographie. Diese Methode ist eine wichtige Ergänzung zur Spirometrie.

© Foto: CJD Asthmazentrum Berchtesgaden

Die Ganzkörperplethysmographie ist besonders wertvoll bei der Diagnose von Lungenerkrankungen, die auf einer Überblähung beruhen, sagte Professor Carl-Peter Criée bei der Vorstellung der neuen Empfehlungen in Mannheim.

Um die Lungenfunktion eines Patienten zu messen, wird vor allem die Spirometrie eingesetzt. Diese stößt aber an ihre Grenzen, gab der Pneumologe aus Bovenden-Lenglern zu bedenken. "Eine Mukoviszidose, Linksherzinsuffizienz, Lungenfibrose oder Zwerchfellparese können wir mit der Spirometrie nicht beurteilen. Hier brauchen wir eine Methode, um das gesamte Lungenvolumen messen zu können", so Criée bei einer Pressekonferenz. Hier sei die Ganzkörperplethysmographie eine wichtige Ergänzung zur Spirometrie.

Ein Vorteil der Ganzkörperplethysmographie ist zum Beispiel auch, dass die Ruheatmung selber und die Effekte von Medikamenten auf diese besser beurteilt werden können. Bei dieser Methode wird der Grad der Atemwegsobstruktion direkt in Form des Atemwegswiderstandes während der Ruheatmung bestimmt. Dabei handelt es sich um den natürlichen Widerstand, den die Atemwege bei normaler Ein- und Ausatmung dem Luftstrom entgegensetzen. Bei der Spirometrie dagegen wird der Grad der Atemwegsobstruktion indirekt anhand der Einschränkung des Atemstroms bei forcierter Ausatmung bestimmt.

Methode ist unabhängig von der Mitarbeit des Patienten.

"Der große Vorteil bei der Ganzkörperplethysmographie ist, dass sie im wesentlichen von der Mitarbeit des Patienten unabhängig ist", so Criée. Der Patient müsse keine maximalen Atemmanöver wie bei der Spirometrie machen. "Denn manche Patienten können dies nicht, sie sind zu schwach, manche husten dabei, und manche wollen es auch nicht".

Exemplare der 56 Seiten umfassenden Empfehlung können bei der Deutschen Atemwegsliga angefordert oder als pdf heruntergeladen werden unter www.atemwegsliga.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt

ARE-Wochenbericht

Aktuell immer weniger Influenza-Erkrankungen

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine ältere Frau bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© David Pereiras / Stock.adobe.com

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt