Ärzte Zeitung, 18.11.2011

Wasserpfeife treibt Nikotin im Plasma hoch

SAN FRANCISCO (ple). Eine aktuelle Analyse US-amerikanischer Pharmakologen bestätigt, dass bereits das einmalige Rauchen einer Hookah-Wasserpfeife dazu führt, dass die Konzentration von Nikotin im Plasma so hoch steigt wie beim Zigarettenrauchen.

Zudem ist der Kohlenmonoxid-Spiegel beim Rauchen von Wasserpfeifen viel höher als bisher in Studien angegeben wurde (Cancer Epidemiol Biomarkers Prev November 2011; 20: 2345-2353).

In der US-Studie mit 16 Probanden wurden große Mengen der Tabak-spezifischen Biomarker Nitroso-methylnitrosamino-Butanol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe im Urin entdeckt.

[22.11.2011, 11:23:39]
Dr. Horst Grünwoldt 
Wasserpfeife Rauchen
Neben dem starken Inhalieren polycyclischer Aromate und anderer toxischer Substanzen beim Rauchen einer orientalischen Wasserpfeife (shischa), dürfte vor allem auch akute Infektionsgefahr für die Lungen bestehen.
Der Besucher eines Nargile (gewerblicher Raucher-Salon) bekommt zwar einen duftenden, parfümierten Tabak nach seinem Geschmack gestopft, riskiert aber sogleich die "abgesabberten" Bakterien und Viren seiner Vorraucher aus dem unhygienischen Riffelschlauch zu inhalieren.
Da hilft auch nicht alleine der Wechsel des Mundstücks, sondern jedesmal nur der Austausch des "Waschwassers" im Behälter und natürlich ein neuer Schlauch; wegen des ständigen Refluxes von mikrobiell kontaminierten Speichel in diese beiden "Keim-Poole".
Damit ist dieser unhygienische Vorgang vergleichbar der Verwendung eines Beatmungsschlauches im Krankenhaus ohne Desinfektion und Sterilisation nach der vorherigen Verwendung. Dieses böse Erlebnis mußte ich als junger Hygiene-Fachmann im CHU (Centre Hospitalier Universitaire) 1982 in Lome/ Westafrika bei einer Freundin nach Fehlgeburt machen. An deren Krankenbett fand ich einen schwärzlich verschimmelten Beatmungsschlauch , den ich sofort in einen Eimer mit 3% iger Formalinlösung versenkt, und anschließend verbrannt habe.

Nach dem Besuch eines öffentlichen Nargile in Istanbul 25 Jahre später hatte ich selbst eine akute Bronchitis, die anschließend sechs Wochen lang kuriert werden mußte. Das wünsche ich keinem anderen Genußmenschen!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt aus Rostock

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