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Mukoviszidose

MRT bringt Chance auf frühen Therapiestart

Die Magnetresonanztomographie offenbart erste Veränderungen in der Lunge von Patienten mit Mukoviszidose. Diese sind noch reversibel.

Veröffentlicht:

HEIDELBERG. Bei Säuglingen und Kleinkindern mit Mukoviszidose (Zystische Fibrose) lassen sich nach einer neuen Studie mit Magnetresonanztomographie (MRT) frühe Veränderungen in der Lunge zuverlässig und schonend diagnostizieren, lange bevor die ersten Symptome auftreten.

Ärzte könnten so früh mit der Behandlung beginnen sowie Krankheitsverlauf und Therapieerfolge regelmäßig kontrollieren, informiert das Uniklinikum Heidelberg. An der Heidelberger Studie nahmen 50 Mukoviszidose-Patienten im Alter von wenigen Monaten bis zu sechs Jahren teil (Am J Respir Crit Care Med 2014; 189 (8): 956-965).

Die Studie im Rahmen des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) wurde von Mukoviszidose e.V. gefördert.

Um von Mukoviszidose betroffene Kinder so früh wie möglich zu identifizieren, bietet das Universitätsklinikum Heidelberg seit 2008 ein Neugeborenen-Screening für Mukoviszidose an, wie es in den USA und einigen europäischen Ländern schon flächendeckend eingeführt ist. Das Screening gibt allerdings keine Auskunft darüber, wann die Erkrankung in der Lunge einsetzt.

"Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Lungenerkrankung bei einigen Patienten bereits im ersten Lebensjahr mit der Entstehung von Schleimpfropfen und Durchblutungsstörungen der Lunge beginnt und dass diese Veränderungen noch reversibel sind, während bei älteren Kindern bereits irreversible Veränderungen der Atemwege sichtbar werden", wird Dr. Mark Wielpütz zitiert, Leiter der Nachwuchsgruppe Strukturelle und Funktionelle Lungenbildgebung in der Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie.

Auch Pneumonien sind zu erkennen

Ebenso aussagekräftig wie die bisherigen Untersuchungsverfahren - die Computertomographie und die Bronchoskopie - dabei aber deutlich schonender und daher besser geeignet ist die MRT, wie die Heidelberger Studie ergab.

Sie zeige unter anderen Schleimpfropfen, frühe Gewebeschäden und Veränderungen in der Durchblutung der Lunge an, berichtet das Uniklinikum Heidelberg. Auch ansonsten schwer zu diagnostizierende Pneumonien sowie der Heilungsprozess nach der Therapie seien gut zu erkennen.

Die strahlenfreie Untersuchung dauert rund zwanzig Minuten. Damit das Bild nicht verwackelt, erhalten die kleinen Patienten ein Schlafmittel; eine Narkose ist nicht nötig.

Die Heidelberger Ergebnisse legten nahe, dass sich die MRT-Untersuchung auch eignet, um die Wirksamkeit neuer und vorbeugender Therapien in klinischen Studien zu überprüfen, heißt es in der Mitteilung.

So laufe im DZL unter Heidelberger Federführung derzeit die weltweit erste Studie zur Wirksamkeit einer präventiven Inhalationstherapie mit hypertoner Kochsalzlösung bei Säuglingen mit Mukoviszidose, bei welcher die MRT zu Beurteilung der Therapieeffekte herangezogen wird.

Inhalieren Erwachsene mit Mukoviszidose eine hypertone Kochsalzlösung, bessere sich die Befeuchtung des Schleims, erinnert die Uniklinik Heidelberg in ihrer Mitteilung. Dieser könne leichter abgehustet werden, die Lungenfunktion werde besser. (eb)

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