Direkt zum Inhaltsbereich

Rheuma

Interstitielle Lungenkrankheit auch bei RA-Patienten

Nicht nur bei der systemischen Sklerose, sondern auch der Rheumatoiden Arthritis sollte auf Zeichen einer interstitiellen Lungenerkrankung geachtet oder aktiv mittels moderner Bildgebung nach dieser Komplikation gesucht werden.

Von Wiebke Kathmann Veröffentlicht:
Rheumatiker müssen besonders auf ihre Lungenfunktion achten.

Rheumatiker müssen besonders auf ihre Lungenfunktion achten.

© DOC RABE Media / Fotolia

FRANKFURT/MAIN. Interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) sind die extraartikuläre Manifestation von rheumatischen Erkrankungen, die mit der größten Morbidität und Mortalität einhergeht, riefen Experten beim DGRh-Kongress in Frankfurt / Main in Erinnerung.

Dies gelte vor allem für die Rheumatoide Arthritis (RA) und die systemische Sklerose (SSc) und sei einerseits auf immunologische Prozesse der Grunderkrankung (zum Beispiel Fibroblastenproliferation), andererseits auf opportunistische Infektionen und die Toxizität der Medikation zurückzuführen, so Privatdozent Dr. Andreas Kreft, Institut für Pathologie, Universitätsmedizin Mainz.

Folgende ILD mit unterschiedlichem pathologisch-anatomischem Erscheinungsbild und Einfluss auf Morbidität und Mortalität sollten von diffusen alveolären Schäden (DAD) unterschieden werden: unspezifische interstitielle Pneumonie (NISP), gewöhnliche interstitielle Pneumonie (UIP), organisierende Pneumonie (OP) und lymphoide interstitielle Pneumonie (LIP); daneben sei auf Hämorrhagien, Rheumaknoten und eine respiratorische Bronchitis (RB-ILD) zu achten.

Weitere Bildgebung nötig

Für die differenzialdiagnostische Beurteilung eignet sich im Anschluss an die Röntgenthorax-Übersichtsaufnahme ein natives hochauflösendes Computertomogramm (HR-CT), wie Dr. Beate Rehbock, Praxis für Diagnostische Radiologie mit pneumologischem Schwerpunkt, Berlin, ausführte. Während bei der RA eine UIP häufiger sei als eine NSIP, sei es bei der SSc genau umgekehrt.

Auch beim Sjögren-Syndrom und der neuen Entität IPAF (interstitial pneumonia with autoimmune features), einer reversiblen autonomen Störung, sei die NISP die führende Histopathologie.

Zu bedenken sei, so Rehbock, dass zwar eine gewisse Korrelation mit rheumatischen Krankheitsbildern ermittelt worden sei, aber kein Muster für eine bestimmte Kollagenose pathognomonisch sei.

Eine Diagnose sei daher auch in der Bildgebung nur interdisziplinär unter Einbeziehung des Rheumatologen möglich. Das NISP-Muster sei vielgestaltig, durch Retikulationen als Hinweise auf eine Fibrosierung charakterisiert und weist eine relative Aussparung des Subpleuralraumes auf.

Die retikuläre Milchglastrübung wird laut Rehbock heute nicht mehr als Alveolitis, sondern als feine Fibrosierung angesehen.

Die UIP als prognostisch ungünstigstes und für die RA charakteristisches Fibrosierungsmuster weise ebenfalls Retikulationen und Traktionsbronchiektasien bei allerdings basaler Dominanz in der sagitalen Rekonstruktion auf. Zudem unterscheide es sich von der NSIP durch Honigwabenzysten mit oder ohne Traktionsbronchiektasien, so Rehbock.

Organisation des Luftraumes

Typisch für die organisierende Pneumonie sei die Organisation des Luftraumes durch meist subpleural gelegene Infiltrate, die rein inflammatorisch bedingt oder medikamentenassoziiert seien und eine Wanderungstendenz aufwiesen.

Die organisierende Pneumonie sei mit Steroiden gut behandelbar, aber rezidivierend. Am häufigsten sei dieses Muster bei Kollagenosen, Vaskulitiden und IPAF zu finden.

Das beim Sjögren-Syndrom häufige LIP-Muster zeichne sich durch Milchglastrübung, zentrilobuläre Punkte und dünnwandige Zysten aus.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Änderungen aus dem GOLD-Update

Neues Vorgehen bei COPD: Proaktiv statt reaktiv!

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Eine Sporttasche liegt am Boden und ist gefüllt mit Sportsachen, wie einem Springseil, einem Fußball, Laufschuhen und Tennisschlägern.

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Körperliches Training

Mit einer Stunde mehr Sport die Brustkrebsmortalität senken?

Ein Schild "Stromausfall wir können leider nicht öffnen. Im Notfall bitte klopfen" ist an einer Tür angebracht.

© Marijan Murat/dpa

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen