Gesundes Immunsystem schützt vor Makuladegeneration

Ein als Faktor H bekanntes Eiweißmolekül kann die entzündungsfördernde Substanz Malondialdehyd binden. Damit schützt es die Lichtsinneszellen der Netzhaut vor einer Schädigung.

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Ist das Immunsystem intakt, so kann durch den Faktor H die Netzhaut vor einer altersbedingten Makuladegeneration geschützt werden.

Ist das Immunsystem intakt, so kann durch den Faktor H die Netzhaut vor einer altersbedingten Makuladegeneration geschützt werden.

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JENA (eb). Ein intaktes Immunsystem schützt vor der altersbedingten Makuladegeneration. Das berichtet ein internationales Forscherteam, zu dem auch Professor Peter Zipfel vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie gehört.

Faktor H bindet die Lichtsinneszellen

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der Faktor H das entzündungsfördernde Molekül Malondialdehyd bindet und damit die Lichtsinneszellen der Netzhaut vor einer Schädigung schützt (Nature 2011; 478: 76-81).

Faktor H ist eine Komponente des angeborenen Immunsystems. Eine fehlerhafte Regulation kann zu schweren Autoimmunerkrankungen wie Atherosklerose oder altersbedingter Makuladegeneration führen, an der in Deutschland rund zwei Millionen Menschen erkrankt sind.

Ablagerungsprodukte in den Drusen unter der Netzhaut

Als Ursache wird vermutet, dass reaktive Sauerstoffverbindungen Bestandteile der Zellmembran schädigen. Dabei entstehen Oxidationsprodukte, die sich in Drusen unter der Netzhaut ablagern. Diese wiederum aktivieren das Komplementsystem, das daraufhin Entzündungsreaktionen auslöst.

Entscheidend für die Regulierung der Entzündungsreaktionen ist der Faktor H des Komplementsystems. Denn Faktor H bindet an eines der Ablagerungsprodukte in den Drusen, das Malondialdehyd, wie Zipfel und seine Kollegen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und am Hans-Knöll-Institut (HKI) nachwiesen.

Entzündungsfördernde Wirkung von Malondialdehyd wird "entschärft"

Durch die Bindung wird die entzündungsfördernde Wirkung von Malondialdehyd "entschärft". Ergeben hat das der Gegenversuch: Wurde eine bekannte krankheitsauslösende Variante von Faktor H eingesetzt, so war die Bindung an Malondialdehyd deutlich schwächer, der Entzündungsprozess schritt voran.

Die Forscher folgern daraus, dass Personen mit einer solchen Mutation im Faktor H gefährdet sind, im höheren Lebensalter an einer AMD zu erkranken. Eine Zufuhr von intaktem, schützendem Faktor H könnte daher die Erkrankung verzögern oder sogar verhindern.

Immunsystem hat entscheidenen Anteil

"Entzündliche Krankheiten wie AMD und Arteriosklerose nehmen in unserer alternden Bevölkerung immer weiter zu. Unser eigenes Immunsystem hat daran einen entscheidenden Anteil.

Nur wenn wir die hochkomplexe Funktionsweise des intakten oder des defekten Immunsystems verstehen, werden wir in der Lage sein, gezielte Therapien und Vorbeugemaßnahmen zu entwickeln", wird Zipfel in einer Mitteilung des HKI zitiert.

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