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Augenerkrankungen

Können Antioxidantien Sehleistung verbessern?

Oxidativer Stress spielt bei vielen Augenerkrankungen eine wichtige Rolle, wie etwa beim Glaukom oder altersbedingter Makuladegeneration. Antioxidative Therapien haben eine positive Wirkung gezeigt.

Veröffentlicht:

BERLIN. Normale Zellen im Organismus haben die Fähigkeit, giftige Stoffwechselprodukte zu neutralisieren.

Ein Ungleichgewicht zwischen den oxidierenden und reduzierenden Substanzen, das die normale Reparatur- und Entgiftungsfunktion einer Zelle überfordert, wird als oxidativer Stress bezeichnet.

In der Regel liegt eine Störung zwischen der Bildung von freien Radikalen/reaktiven Sauerstoffspezies und/oder eine Verminderung der die freien Radikale abpuffernden Schutzsysteme vor, teilt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) mit.

Dadurch werden die Zellen mit freien Radikalen überflutet und es entstehen direkte und indirekte zelluläre Schäden, die zu einem Organumbau mit entsprechendem Funktionsverlust führen können. Im Rahmen der strukturellen Veränderungen an den Zelloberflächen kann es auch zu immunologischen Reaktionen kommen, wie zum Beispiel zu Autoimmunreaktionen.

Das menschliche Auge ist tagsüber einem starken photooxidativen Stress ausgesetzt und braucht deshalb ein gut funktionierendes Puffersystem, um die ständig entstehenden freien Radikale und reaktiven Sauerstoffspezies abfangen zu können, so die DOG.

Beispielsweise liegt im Kammerwasser deshalb das Vitamin C, die Ascorbinsäure, als Hauptradikalfänger 20 bis 30 Mal höher konzentriert vor, als im Blutplasma, und die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut, ist durch spezielle Pigmente geschützt.

Oxidativer Stress spielt bei vielen Augenerkrankungen eine wichtige Rolle, wie etwa bei den Volkskrankheiten Grauer Star, Glaukom, altersbedingte Makuladegeneration und Trockenes Auge.

Zudem ist der oxidative Stress als Stoffwechselstörung direkt und/oder indirekt bei beinahe jeder Augenerkrankung beteiligt, vor allem bei entzündlichen Prozessen sowie bei Störungen der Mitochondrien, wie zum Beispiel der Leberschen Optikusneuropathie, heißt es in der DOG-Mitteilung.

Als Therapie wurden immer wieder Antioxidantien diskutiert, die diesem oxidativen Stress entgegenwirken und somit dem Erhalt der visuellen Funktionen des Auges dienen sollen.

Sowohl bei der trockenen Form der altersbedingten Makuladegeneration als auch beim Glaukom und beim Trockenen Auge hätten antioxidative Therapien eine positive Wirkung gezeigt - sie könnten entzündungshemmend wirken und beim Glaukom auch den Augendruck absenken, so die DOG.

Die Therapie erfolgt über Tabletten, da die erforderlichen Obst- und Gemüsemengen den normalen Essensplan sprengen würden. Allerdings ersetzen Antioxidantien nicht die kausalen Therapien, sondern sind eher als sinnvolle Ergänzung anzusehen. (eb)

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