Ärzte Zeitung, 15.01.2004

Gehirn bildet selbst bei Alzheimer neue Nervenzellen

Memantine stößt möglicherweise Neurogenese an

PORTLAND (ple). US-Forscher haben mit Hilfe mehrerer Marker Hinweise darauf gefunden, daß im Gehirn von Alzheimer-Patienten neue Nervenzellen im Hippocampus entstehen können.

Eine solche Neurogenese ist bereits bei Ischämien beobachtet worden. Möglicherweise kommt es bei Alzheimer-Patienten als Reaktion auf den Zelluntergang im Hippocampus, in dem Gelerntes gespeichert wird, zu dieser Neubildung.

Das berichten Forscher um Dr. David A. Greenberg aus Portland im US-Staat Oregon (Online-Ausgabe von "PNAS"), die Gehirne gestorbener Alzheimer-Patienten untersucht haben.

Möglich sei, daß der therapeutische Effekt von Blockern des neuronalen NMDA-Rezeptors, etwa Memantine, darauf beruhe, daß durch die Blockade die Neurogenese angestoßen wird. Bekannt ist schon, daß Memantine vor dem Zelluntergang schützt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »