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Bei Demenz mit Aggression macht Atypikum Sinn

BERLIN (gvg). Bei Demenz-Patienten können anticholinerg wirkende Sedativa bekanntlich die Demenz-Symptome verstärken. Der Neurologe Professor Karl Einhäupl von der Charité in Berlin rät deswegen dazu, speziell bei diesen Patienten auf andere Wirkstoffe auszuweichen. Eine Option ist Risperidon.

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Für Angehörige, die einen Demenz-Kranken pflegen, sind die eine Demenz begleitenden Verhaltensauffälligkeiten oft viel schlimmer als die kognitiven Störungen. Verwirrtheit, Mißtrauen und aggressives Verhalten können den Alltag qualvoll werden lassen und die Patienten ihrer sozialen Kontakte berauben.

Einhäupl riet bei einem vom Unternehmen Janssen-Cilag unterstützten Symposium in Berlin zur Vorsicht bei der Anwendung sedierender Arzneimittel in diesen Situationen. Vor allem Neuroleptika und Tranquilizer würden hier angewandt. Bei Demenz-Patienten, die wiederholt sedierende Medikamente benötigten, versuche er zwei Dinge zu vermeiden, und zwar zum einen Benzodiazepine, und zum anderen Sedativa mit anticholinerger Wirkung.

Benzodiazepine verlören ihre Effektivität bei wiederholter Anwendung rasch und ließen sich trotzdem wegen des Gewöhnungseffekts schwer oder kaum wieder absetzen, so Einhäupl. Anticholinerg wirkende Sedativa wie Levomepromazin oder Promethazin, die funktionelle Gegenspieler des Neurotransmitters Acetylcholin sind, halte er aus pathophysiologischen Gründen für problematisch.

Da eine reduzierte Aktivität des Acetylcholins ein wichtiger Faktor bei der Demenzentstehung sei, bestehe die Gefahr, daß die Patienten mit einem anticholinerg wirkenden Präparat noch mehr kongnitive Fähigkeiten verlieren.

Einhäupl bevorzugt deswegen Substanzen ohne anticholinerge Wirkung. Vor allem mit dem atypischen Neuroleptikum Risperidon (Risperdal®) habe er gute Erfahrungen gemacht, da damit agitiertes und aggressives Verhalten auch bei längerfristiger Anwendung gut in den Griff zu bekommen seien. Außerdem wirke das Atypikum günstig auf den Schlaf-Wach-Rhythmus, so Einhäupl.

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