Ärzte Zeitung, 15.04.2004

KOMMENTAR

Mehr Pflegequalität - nur ein Traum?

Von Thomas Meißner

Ist die Verbesserung der Pflege Demenzkranker eine Scheindiskussion? Man könnte derzeit jedenfalls den Eindruck gewinnen. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit - hohe Pflegequalität und wenig Geld, das dafür zur Verfügung steht - klafft eine große Lücke. Mehr als eine Aufrechterhaltung des Standards scheint angesichts dieser Tatsache kaum möglich.

Die öffentlichen Kassen sind leer, die Pflegeversicherung steuert dem Bankrott entgegen, die Renten sinken, und immer weniger Menschen haben die Möglichkeit, konstant und ausreichend in ihrem Erwerbsleben für das Alter vorzusorgen. Immer größer werden die Lücken durch Arbeitslosigkeit und/oder Kindererziehung, besonders bei Frauen. Und: Nur noch für vier von zehn Deutschen ist das Erwerbseinkommen überhaupt die wichtigste Unterhaltsquelle, Tendenz sinkend.

Qualität wird es, mehr als heute schon, nur noch für diejenigen geben, die es sich leisten können. Alle anderen werden soviel und solange wie möglich arbeiten müssen - übrigens auch eine Art Demenz-Vorsorge. Fragt sich nur noch, wo es die Arbeit gibt. Wo in den nächsten Jahren garantiert Bedarf an Arbeitskräften herrscht, ist klar: in der Pflege.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Qualitätsdefizite in der Altenpflege zeigen sich gerade am Beispiel der Demenzkranken besonders kraß

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