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Endlich Fakten statt Kaffeesatz

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Prognosen zur Zahl der Personen, die in Großbritannien an der neuen Creutzfeldt-Jakob-Variante (vCJK) erkranken werden, haben in der Vergangenheit mehr an Kaffeesatzlesen erinnert als an Wissenschaft: Je nach mathematischem Modell und je nach der verwendeten Hypothese zur Verbreitung der Krankheit kamen dabei Zahlen von 200 bis 200 000 potentiellen Opfern heraus. Wen wundert‘s, denn noch immer weiß niemand genau, was passieren muß, damit sich ein Mensch mit vCJK infiziert.

Doch jetzt haben britische Forscher erstmals Schätzungen präsentiert, die auf fundierten Daten beruhen. Sie schauten nach, wie häufig die Krankheitserreger in Mandel- und Appendix-Proben vorkommen, die bei Operationen entnommen wurden. Diese Zahlen liefern immerhin einen Anhaltspunkt über die tatsächliche Infektionsrate.

Allerdings ist unklar, wann im Verlauf der Infektion die Erreger in Mandeln und Appendix auftauchen. Werden diese Organe erst relativ spät befallen, wären weit mehr als die berechneten 1300 bis 3800 Briten infiziert. Unklar bleibt auch, wie viele der Infizierten tatsächlich vCJK bekommen.

Derzeit spricht vieles für einen geringen Anteil: Bisher sind erst 150 Personen erkrankt, und die Zahl der Neuerkrankten nimmt jährlich ab.

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