Ärzte Zeitung, 21.09.2004

Welt-Alzheimer-TagDemenz -Screening in Minutenschnelle

Kurztests erleichtern Frühdiagnostik / Bei frühem Therapiestart bringen Antidementiva maximalen Nutzen 

NEU-ISENBURG (mal). Die Frühdiagnostik von Morbus Alzheimer liegt zum großen Teil in den Händen von Hausärzten. Neue, in den letzten Jahren entwickelte psychometrische Tests sind dabei ein einfaches Werkzeug, um den Demenz-Verdacht zu erhärten oder zu entkräften. Sie dauern nur wenige Minuten.

Fragebögen helfen, die kognitiven Leistungen rasch zu erfassen. Foto: do

Nicht ohne Grund steht der heutige Welt-Alzheimer-Tag unter dem Motto "Keine Zeit zu verlieren!". Denn nach wie vor hapert es in der Demenz-Frühdiagnostik.

Die Bedeutung der Alzheimer-Frühdiagnostik ist unbestritten. Denn nur so kann auch eine antidementive Therapie mit anerkannt wirksamen Substanzen früh begonnen werden. Zur Verfügung stehen hier ja Cholinesterasehemmer, Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761 und in Zukunft wohl auch Memantine, für das es auch schon positive Daten zur Anwendung bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz gibt.

Der Progressions-verzögernde Effekt der Antidementiva ist dabei nach bisherigen Beobachtungen umso ausgeprägter, je früher mit der Therapie begonnen wird. Aus Studien ist etwa bekannt, daß Patienten, die einen Cholinesterasehemmer erst nach mehrwöchiger Placebo-Phase bekamen, die kognitive Leistungsfähigkeit, die Patienten mit einer sofort begonnenen Verum-Therapie behalten hatten, nicht mehr zurückgewinnen konnten.

"Mit umfassender und früher Therapie sind wir heute in der Lage, bei vielen Patienten die Krankheit für etwa ein Jahr aufzuhalten", hat Professor Lutz Frölich aus Mannheim bei einer Pressekonferenz zum Welt-Alzheimer-Tag 2004 erinnert.

Psychometrische Tests erleichtern die Demenz-Frühdiagnostik in der Praxis. Beispiele für solche Tests sind der DemTect und der TFDD, ein Test, mit dem auch Depressionen als mögliche Ursache kognitiver Störungen abgrenzbar sind.

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