Ärzte Zeitung, 03.12.2004

Praxis-Studie bestätigt Wirkung von Memantine

Daten von 1540 Patienten

BERLIN (otc). Der NMDA-Rezeptorantagonist Memantine hat sich bei Alzheimer-Kranken jetzt auch in einer Anwendungsbeobachtung als wirksam und gut verträglich erwiesen. Dabei kam es zu einer deutlichen Verbesserung von Kognition, Alltagsfunktion und Gesamteindruck. Damit wird die Pflege zuhause oder im Heim erleichtert.

Anwendungsbeobachtungen, die die Bedingungen in der täglichen Praxis widerspiegelten, seien zusätzlich zu klinischen Studien äußerst wichtig. Darauf wies Professor Alexander Kurz auf dem DGPPN-Kongreß in Berlin hin. Denn anders als in Studien mit strengen Ein- und Ausschlußkriterien hätten Patienten in der Praxis oft Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselkrankheiten, so der Leiter des Alzheimer-Zentrums in München. Betroffene müßten oft fünf oder mehr Medikamente pro Tag einnehmen, gab Kurz auf einer Veranstaltung von Lundbeck zu bedenken.

In der multizentrischen Anwendungsbeobachtung, die Privatdozent Pasquale Calabrese aus Bochum vorstellte, wurden von Oktober 2002 bis September 2003 Patienten mit Alzheimer-Demenz sechs Monate lang mit täglich 20 mg Memantine (vom Unternehmen angeboten als Ebixa®) behandelt.

Die teilnehmenden Ärzte waren überwiegend Allgemeinmediziner, Neurologen und Psychiater. Die Therapie-Effekte wurden unter anderen anhand des Mini-Mental-Status-Tests (MMST) und einem Globalurteil nach drei und sechs Monaten beurteilt.

Daten von 1540 Patienten wurden für die Wirksamkeits-Analyse verwendet. Die Krankheitsdauer lag bei durchschnittlich 2,4 Jahren. Begleiterkrankungen waren etwa Hypertonie (bei 45 Prozent) und Herzinsuffizienz (bei 24 Prozent).

Der MMST lag zu Beginn bei 15,4 Punkten, und besserte sich innerhalb von sechs Monaten auf 17,9 - ein signifikanter Unterschied. Dieser positive Therapie-Effekt wurde etwa auch durch das Gesamturteil der Ärzte und Angehörigen bestätigt. Bei 78 Prozent der Patienten besserten oder stabilisierten sich die Symptome. Die Verträglichkeit der Medikation wurde von 93 Prozent der Ärzte als sehr gut oder gut eingeschätzt.

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