Ärzte Zeitung, 13.01.2005

Metaanalyse bestätigt Nutzen von Donepezil bei Alzheimer-Kranken

Daten kontrollierter Studien neu bewertet / Vorteile auch beim ärztlichen Globalurteil

BERLIN (djb). In der Behandlung von Alzheimer-Patienten gehört der Cholinesterasehemmer Donepezil zu den am besten untersuchten Antidementiva. Jetzt hat eine aktuelle Metaanalyse die positiven Effekte der Arznei erneut bestätigt, wie Professor Alexander Kurz von der Psychiatrischen Klinik der TU München bei einer von den Unternehmen Eisai und Pfizer unterstützten Veranstaltung berichtet hat.

In der Metaanalyse, die durch das Medical Research Council in Großbritannien gefördert wurde, wurden die Daten von zehn randomisierten Vergleichsstudien berücksichtigt (Int J Geriatr Psychiatry 19, 2004, 624). Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz und einem Ausgangswert im Mini-Mental-Status-Test (MMST) von 10 bis 26 Punkten wurden mit 5 mg oder 10 mg Donepezil (Aricept®) oder Placebo behandelt. Primäre Erfolgsparameter waren die kognitiven Fähigkeiten (ADAS-cog) und das ärztliche Globalurteil (CIBIC-plus).

Die Analyse ergab, daß mit Donepezil die kognitiven Fähigkeiten schon binnen sechs Wochen um durchschnittlich zwei bis drei Punkte im MMST zunehmen und dann über einen Zeitraum von einem halben Jahr nahezu konstant oberhalb des Ausgangsniveaus bleiben. Mit Placebo sinkt die kognitive Leistung dagegen unter den Ausgangswert. Der Unterschied zwischen Verum und Placebo ist statistisch signifikant. Die Therapie mit 10 mg Donepezil ist der mit 5 mg tendenziell überlegen.

Die Ansprechrate sei unter der antidementiven Therapie etwa doppelt so hoch wie unter Placebo, sagte Kurz in Berlin. Der Anteil der Patienten, die sich um mindestens vier Punkte auf der ADAS-cog-Skala verbessern, beträgt unter Placebo 15 Prozent, unter 5 mg und 10 mg Donepezil täglich dagegen 27 und 31 Prozent.

Bei einem Anstieg der ADAS-cog-Werte um vier Punkte handele es sich bereits um eine klinisch relevante Verbesserung, so Kurz. Ein unbehandelter Patient verschlechtere sich im Laufe eines halben Jahres um etwa diese Punktezahl. Eine Verbesserung um sieben Punkte wird bei 10 Prozent (5 mg) und 14 Prozent (10 mg) der Patienten mit Verum erreicht; mit Placebo läßt sie sich bei 5 Prozent der Patienten beobachten.

Auch im ärztlichen Globalurteil schnitt die Behandlung mit dem Cholinesterasehemmer deutlich besser ab als die mit Placebo: Die Wahrscheinlichkeit einer Verbesserung ist bei behandelten Patienten doppelt so hoch wie bei unbehandelten.

Weitere umfangreiche Informationen zum Thema Morbus Alzheimer und der Therapie davon betroffener Patienten gibt‘s im Web unter: www.aerztezeitung.de

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