Ärzte Zeitung, 13.01.2005

KOMMENTAR

Beharrlichkeit zahlt sich aus

Von Peter Leiner

Wer gedacht hatte, daß das Impfkonzept gegen Morbus Alzheimer gestorben sei, weil vor kurzem eine Studie dazu aufgrund unerwünschter Wirkungen abgebrochen werden mußte, hat nicht mit der Hartnäckigkeit der beteiligten Neurologen gerechnet.

Nur weil sie in Nachuntersuchungen genauer hinschauten, konnten sie entdecken, daß die Impfung auch positive klinische Effekte hat und daß dies offenbar auf der Wirkung spezifischer Antikörper, die durch die Impfung entstanden sind, beruht.

Möglicherweise haben die Neurologen mit dem verwendeten Immunstimulans eine Ursache für die negativen Effekt der Impfung gefunden. Jetzt geht es darum, daß sie genauso beharrlich nach einem neuen, weniger schädlichen, die Impfung unterstützenden Stoff suchen, um die Entwicklung einer Vakzine gegen die Demenzerkrankung weiter voranbringen zu können.

Die positiven Ergebnisse der Impfstudie haben darüber hinaus einen zusätzlichen Effekt: Sie sind ein weiterer Beleg für die von vielen Wissenschaftlern favorisierte These, daß pathologisch veränderte Amyloid-Moleküle zumindest einer der Auslöser des Morbus Alzheimer sind.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Trotz Abbruchs einer Studie bleibt die Impfung gegen Morbus Alzheimer auf der Agenda der Neurologen

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