Forschung und Praxis, 23.03.2005

Bei Alzheimer-Kranken bremsen Antidementiva den Verlust der Selbständigkeit

Fragebögen helfen, die kognitiven Leistungen von Patienten mit Verdacht auf eine Demenz rasch zu erfassen. Foto: do

Bei der antidementiven Pharmakotherapie von Patienten mit Alzheimer-Demenz sind nach den aktualisierten Therapie-Empfehlungen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) die Acetylcholinesterase-Hemmer (AchE) die Mittel der ersten Wahl bei leichter bis mittelschwerer Demenz.

Bei Patienten "mit mittelschwerer und schwerer Erkrankung ist die Gabe von Memantine gerechtfertigt. Zur Begründung des alternativen Einsatzes anderer Wirkstoffgruppen liegen nur wenige Hinweise aus klinischen Studien vor", heißt es in den Empfehlungen. Hierzu zählen Ginkgo-biloba-Extrakte, Nimodipin, Piracetam und Dihydroergotoxin.

Die neuen Empfehlungen der AkdÄ, die auch von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde mitgetragen werden, stimmen in hohem Maße mit denen internationaler Fachgesellschaften, etwa der American Society of Neurology oder der Canadian Consensus Conference of Dementia, überein.

Die Wirksamkeit der Therapie mit AchE-Hemmern wie Donepezil (Aricept®), Galantamin (Reminyl®) und Rivastigmin (Exelon®) ist in Placebo-kontrollierten Studien bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz belegt: Im Vergleich zu Placebo ließen sich signifikante Effekte auf die kognitiven Leistungen, die Bewältigung von Alltagsaktivitäten und das klinisches Gesamturteil nachweisen. Die Progression der Erkrankung wurde um Monate verzögert. Danach verschlechterte sich der Zustand der Patienten zwar allmählich, blieb aber auf höherem Niveau als unter Placebo-Therapie.

Memantine (Axura®, Ebixa®) hat in Placebo-kontrollierten Studien den Verlust der Selbständigkeit deutlich gebremst. Die Patienten kamen in ihrem Umfeld besser zurecht und beanspruchten weniger fremde Hilfe. Die positiven Effekte wurden auch für die kognitive Leistung und im klinischen Gesamturteil deutlich.

Mittlerweile gibt es aus Studien auch Hinweise dafür, daß die AchE-Hemmer auch bei fortgeschrittener Erkrankung und Memantine auch bei leichter Demenz wirksam sind. Demenz-assoziierte Verhaltensstörungen wie motorische Unruhe, Halluzinationen oder depressive Stimmungen nahmen ab. (mar)

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