Ärzte Zeitung, 11.05.2005

KOMMENTAR

Hoffnung auf eine Alzheimer-Prävention

Von Thomas Müller

Mit einer hochdosierten Statin-Therapie kann man möglicherweise den Verlauf von M. Alzheimer etwas verzögern.

Dieses Ergebnis einer Pilotstudie klingt wenig spektakulär, doch sollte es sich in größeren Untersuchungen bestätigen, nährt es eine große Hoffnung: Möglicherweise kann eine Statin-Therapie Morbus Alzheimer vorbeugen. Und davon könnten Millionen Menschen profitieren, die schon seit Jahren aufgrund von kardiovaskulären Risikofaktoren Statine nehmen müssen.

Denn mit der neuen Studie mehren sich die Hinweise, daß Statine tatsächlich die Krankheitsentstehung beeinflussen. So gibt es bereits viele Daten aus Tier- und Laborversuchen, die zeigen, daß Statine die Bildung von Beta-Amyloid hemmen, der Proteine also, die in Gehirnen von Alzheimer-Patienten verklumpen.

Auch gibt es Hinweise aus epidemiologischen Studien, daß Patienten mit einer Statin-Therapie ein deutlich reduziertes Alzheimer-Risiko haben. Noch ist allerdings nicht belegt, daß die Medikamente tatsächlich die Bildung von Alzheimer-Plaques bei Patienten bremsen oder gar verhindern. Sollte sich dies bestätigen, könnte man früher als bisher in die Pathogenese eingreifen.

Lesen Sie dazu auch:
Hinweis auf Nutzen von Statin bei M. Alzheimer

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »