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Bei Vergeßlichkeit wollen Patienten vor allem Gewißheit

FRANKFURT AM MAIN (acr). Suchen Patienten aufgrund von Gedächtnisproblemen einen Arzt auf, wollen sie vor allem eines: Gewißheit - oder lieber noch Ausschluß - einer möglichen Demenz-Erkrankung. Liegt eine beginnende Demenz vor, ist viel Beratung nötig.

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Bei Demenz-Verdacht erwarten Patienten von ihren Ärzten aber nicht nur eine Diagnose. Sie wollen auch ausführlich über Therapiemöglichkeiten informiert werden. Das hat die Auswertung von mehr als 6000 Anfragen von Patienten und Angehörigen ergeben, die Mitarbeiter des Alzheimer-Telefones beantwortet haben.

Sabine Jansen von der Alzheimer Gesellschaft Berlin hat diese Analyse bei einer Veranstaltung des Zukunftsforums Demenz, einer Initiative des Unternehmens Merz, in Frankfurt am Main vorgestellt. Jansen hat dabei daran erinnert, daß Patienten besonders für eine verständliche und schrittweise Mitteilung der Diagnose dankbar seien.

"Für mich war die Diagnose eine große Erleichterung, denn ich spürte ja, wie ich mich veränderte und konnte es mir nicht erklären", zitierte Jansen eine 53-jährige Alzheimer-Patientin.

Von einer antidementiven Therapie erhoffen sich Demenz-Patienten Verbesserungen der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie ihrer Alltagskompetenz, betonte Jansen.

Professor Alexander Kurz von der TU München kann dies aufgrund einer Befragung seiner Patienten bestätigen. In ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben sei außer dem Erhalt der Eigenständigkeit der größte Wunsch der Alzheimer-Kranken, so Kurz.

Der Psychiater erinnerte daran, daß die Therapie mit Cholinesterase-Hemmern und Memantine (vom Unternehmen Merz als Axura® angeboten) die Progression der Erkrankung signifikant verlangsamt. Das trage dazu bei, daß die Patienten länger von ihren Angehörigen betreut werden könnten. Zusätzlich seien aber Entlastung und Beratung der betreuenden Angehörigen wichtig, sagte Kurz.

Die Angehörigen erhoffen sich von einer Demenz-Therapie etwa, daß aggressives oder unruhiges Verhalten der Kranken abgeschwächt wird. "Sie wünschen sich eine Erleichterung in der täglichen Pflege", sagte Jansen. Die Angehörigen müßten ja auch finanzielle Fragen und rechtliche Aspekte klären und glitten häufig in soziale Isolation.

Beispiele, wie Angehörige Betreuung und Alltag besser bewältigen können, hat Helga Schneider-Schelte von der Alzheimer Gesellschaft der "Ärzte Zeitung" genannt. Wichtig seien nicht nur Notizzettel für Termine in kurzen und klaren Sätzen, sondern auch Hilfe bei der Orientierung in der Wohnung: Ein Symbol für die Toilette läßt die Kranken auch nachts den Raum leichter finden.

Hilfreich sei es außerdem bei Patienten, die nachts Angst haben, ein Licht leuchten zu lassen. Weiterhin sollten Angehörige sich nicht scheuen, Betreuungsangebote anzunehmen. Erleichterung verschaffe den pflegenden Lebenspartnern auch Information und Schulung, damit sie wissen: "Was gehört zur Krankheit?"

Das Alzheimer-Telefon ist unter der Rufnummer 0 18 03 / 17 10 17 erreichbar. Weitere Informationen gibt es unter www.deutsche-alzheimer.de

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