Ärzte Zeitung, 26.07.2005

KOMMENTAR

Sisyphos-Arbeit mit Blutkonserven

Von Thomas Müller

Die Möglichkeit, daß sich die neue Creutzfeldt-Jakob-Variante über Blutkonserven weiter verbreitet, wird jetzt in Großbritannien endlich ernst genommen. So wird versucht, Empfänger von möglicherweise kontaminierten Blutprodukten zu ermitteln und über die Erkrankungsgefahr zu informieren.

Den Betroffenen wird diese Information aber wenig nützen, da sich die Infektion vor dem Tod der Patienten kaum nachweisen läßt und es auch keine wirksame Therapie gibt. Das Wissen um eine mögliche Infektion hilft aber, andere Menschen zu schützen.

Zwar dürfen Patienten, die zwischen 1980 und 1996 Blutprodukte bekommen haben, selbst kein Blut spenden, doch vielleicht haben sie das bereits getan, bevor das Verbot 2004 in Kraft trat.

Die Empfänger dieser Konserven würden nicht unbedingt unter das Spendeverbot fallen und könnten den Erreger weiter verbreiten. Den Behörden bleibt also nichts anders übrig, als den Weg jeder potenziell infizierten Blutkonserve nachzuvollziehen - eine Sisyphos-Arbeit, die reichlich spät beginnt.

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