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"Patienten-relevante Daten nicht berücksichtigt"

NEU-ISENBURG (eb). Die Hersteller von Cholinesterase-Hemmern sehen den Nutzen dieser Arzneien bei Alzheimer-Patienten durch einen Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bestätigt. Kritisiert wird jedoch, daß relevante Daten bei der Bewertung nicht berücksichtigt worden seien.

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Das Institut würdige mit seinem Bericht die bekannte Evidenz zur Wirksamkeit der Medikamente, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Unternehmen Eisai, Janssen-Cilag, Novartis und Pfizer.

In dem vor kurzem veröffentlichten Vorbericht stellt das IQWiG für die Substanzen Donepezil, Galantamin und Rivastigmin einen Nutzen beim Erhalt kognitiver Leistungen fest, und zwar bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz.

Gemessen mit der ADAS-cog-Skala hätten Patienten, die mindestens vier Monate lang solche Präparate einnehmen, im Schnitt einen um drei Punkte besseren Wert als Patienten mit Placebo. Weiterhin, so das IQWiG, gebe es Hinweise auf einen Nutzen bei Aktivitäten des täglichen Lebens - Beeinträchtigungen dieser Aktivitäten würden durch die Arzneien entweder reduziert oder verhindert.

Bei diesen Aktivitäten wird etwa geprüft, ob die Patienten noch in der Lage sind, das Licht alleine ein- und auszuschalten, ob sie den Wasserhahn selbständig zudrehen und den Tisch nach dem Essen abräumen.

Nicht belegt ist nach Angaben des IQWiG jedoch ein Nutzen bei der Lebensqualität oder der Verzögerung der Aufnahme in ein Pflegeheim. Studienergebnisse zu diesen Punkten wurden vom IQWiG jedoch nicht berücksichtigt, da sie nicht aus Placebo-kontrollierten Studien stammen. In einer Mitteilung von Janssen-Cilag heißt es dazu, daß es aus ethischen Gründen nahezu unmöglich ist, Placebo-kontrollierte Doppelblind-Studien länger als sechs Monate zu machen.

In einer Stellungnahme von Eisai und Pfizer sowie einer Mitteilung von Novartis wird ebenfalls die Methodik bei der IQWiG-Bewertung kritisiert. Es seien Wirkungsnachweise in vielen für die Patienten wichtigen Bereichen, etwa bei der Lebensqualität, nicht berücksichtigt worden.

Der Abschlußbericht des IQWiG zu Cholinesterase-Hemmern wird Anfang 2007 erwartet.



STICHWORT

ADAS-cog-Test

Bezeichnung: "ADAS-cog" steht für "Alzheimer's Disease Assessment Scale Cognitive Subscale".

Verwendung: Mit dem ADAS-cog-Test werden kognitive Fähigkeiten geprüft, etwa das Erinnern von Wörtern, und Sprachverständnis.

Umfang: Die Skala reicht von Null Punkten (keine Einschränkungen) bis 70 Punkten (schlechtestes Ergebnis). Bei unbehandelten Alzheimer-Patienten verschlechtert sich das Test-Ergebnis jährlich um etwa sieben bis acht Punkte. (eb)

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