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Grimassen und geballte Fäuste deuten bei Demenz auf Schmerz

MARBURG (mut). Lautes Stöhnen, Grimassen, Hyperventilation, geballte Fäuste - dies können bei Patienten mit schwerer Demenz Zeichen von Schmerzen sein. Mit einer neuen Schmerzskala kann man solche Symptome gut erfassen.

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Bei Patienten mit fortgeschrittener Demenz, die sich nicht mehr verbal äußern, lassen sich Schmerzen oft schwer feststellen - sie erhalten daher häufig auch keine Analgetika. Hilfe bei der Diagnose bietet die Analogskala "Beurteilung von Demenz bei Schmerz" (BESD). Die Skala bezieht sich ausschließlich auf Verhalten, das sich direkt beobachten lässt. Dabei werden etwa Atmung, Lautäußerungen, Gesichtsausdruck und Körpersprache anhand einer Checkliste beurteilt. Maximal sind insgesamt zehn Punkte möglich (größter Schmerz).

Mitarbeiter der Uni Marburg haben die Skala jetzt in der Praxis bei zwölf Patienten mit Alzheimer und vaskulärer Demenz geprüft, bei denen Schmerzen angenommen wurden. Ein erhöhtes Schmerzrisiko liegt etwa bei Arthritiden und Osteoporose vor. Zu Beginn hatten die Patienten im Schnitt 7,5 Punkte auf der Skala. Anschließend wurden sie gemäß des WHO-Stufenschemas analgetisch behandelt und zwei Stunden später erneut untersucht. Dabei lag der Wert im Schnitt nur noch bei 4,7 Punkten.

Bei sieben Patienten wurde die Schmerztherapie fortgeführt, bei fünf abgesetzt. Mit Schmerztherapie lag der Wert nach 24 Stunden bei 3,9 Punkten, ohne war er wieder angestiegen, und zwar auf 7 Punkte. Die Autoren sehen dies als Beleg, dass sich mit der Skala zuverlässig Schmerzen erfassen lassen (Der Schmerz 6, 2006, 519).

Die BESD-Skala gibt es unter www.dgss.org, Service/Archiv, Download, BESD

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