Ärzte Zeitung, 08.01.2010
Unter 60 und schon dement? Das wird oft nicht beachtet
WÜRZBURG (pf). Demenz wird primär als Erkrankung
alter Menschen wahrgenommen. Demenzkranke Patienten unter 60 Jahren und
deren Familien benötigen daher besondere Unterstützung. So
werden die Angehörigen relativ junger Demenzkranker oft von
Hausärzten nicht ernst genommen, wenn Sie über erste Symptome
ihrer Verwandten berichten.
Menschen unter 60 Jahren lehnen
die Diagnose Alzheimer zudem häufig ab, so Sabine Seipp,
Psychologin vom Verein Würzburg Halma bei einer
Ärztefortbildung zu Morbus Alzheimer in Würzburg. Der Verein
Halma hat sich die psychosoziale Unterstützung der Kranken zur
Aufgabe gemacht.
Bei wöchentlichen Treffen mit den
Erkrankten und deren Angehörigen werden die Erfahrungen im Umgang
mit der Krankheit besprochen. So dauert die Pflege im Schnitt acht
Jahre, davon werden 80 Prozent von Familienangehörigen geleistet.
Mit Ausbruch der Krankheit geht oft der Verlust eines engen Vertrauten
oder des "Verdieners" in der Familie einher. Um Überforderung der
Verwandten zu vermeiden und sie zur Pflege des Kranken zu motivieren,
ist eine gesonderte Betreuung wichtig. Die Forschung auf diesem Feld
ist allerdings noch sehr jung.

Weitere Beiträge
Weitere Top-Meldungen
[19.03.2010]
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel und Impfstoffe sind im Januar 2010 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent auf 2,314 Milliarden Euro gesunken. Ein Motor der Entwicklung war im Januar der teilweise stark rückläufige Markt für Präparate gegen grippale Infekte oder Erkältungskrankheiten.
mehr »
[19.03.2010]
Teva, die Nummer eins im weltweiten Generikamarkt, übernimmt den deutschen Wettbewerber ratiopharm aus Ulm. Das teilten die Unternehmen am Donnerstag mit. Der Verkaufspreis beträgt 3,625 Milliarden Euro.
mehr »
[19.03.2010]
Die Kapitaldeckung in der PKV soll eigentlich vor übermäßig steigenden Prämien im Alter schützen. Genau das tut sie nicht. Der Grund: Es gibt keinen Wettbewerb im Versichertenbestand. Motor der Geschäftspolitik ist die Risikoselektion.
mehr »