Ärzte Zeitung, 04.08.2014

Kommentar

Test (noch) zum Vergessen

Von Robert Bublak

Die Nachricht ließ aufhorchen: Britische Forscher haben zehn Proteine identifiziert, die vorherzusagen erlauben, welche Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen (MCI) binnen eines Jahres eine Alzheimer-Demenz (AD) entwickeln werden. Dafür genügt es, den Patienten Blut abzunehmen. Aufwendige Probengewinnung ist nicht nötig.

Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Und das ist es auch. Denn eine Sensitivität von 85 Prozent vorausgesetzt, liegt die Spezifität des Tests allein, also ohne Einbezug des APOE-Genotyps, nur bei gut 71 Prozent.

Die in Studien belegte jährliche Progressionsrate von MCI zu AD wiederum beträgt rund zehn Prozent. Zusammen heißt das: Von 100 MCI-Patienten erkranken im Laufe eines Jahres zehn an AD, davon erkennt der Test (aufgerundet) neun.

Bei den übrigen 90 Patienten, die keine AD entwickeln, fällt das Ergebnis allerdings ebenfalls circa 25-mal positiv aus. 2,8-mal so viele falsch positive wie richtig positive Resultate: Ein taugliches Screening sieht anders aus.

Dennoch ist der Versuch, einen simplen Test für die MCI-Prognose zu entwickeln, aller Ehren wert. Mag der Weg dahin nach wie vor weit sein - wie er verlaufen könnte, das immerhin hat die britische Studie gezeigt.

Lesen Sie dazu auch:
Biomarker: Fortschritt bei Alzheimer-Bluttest

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