Diabetes

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Ärzte Zeitung, 06.02.2004

Prä-Diabetiker rücken verstärkt in das Blickfeld der Therapeuten

Ziel ist, bereits das Entstehen von Diabetes aufzuhalten

BREMEN (hbr). Das kardiovaskuläre Risiko von Diabetikern steigt bereits im Vorfeld des Diabetes deutlich. Warum also nicht schon auf dieser Ebene vorbeugen?

Bislang bemüht man sich, bei manifestem Diabetes durch intensive Therapie Folgeschäden zu vermeiden, wie Professor Christoph Hasslacher vom Josefs-Krankenhaus in Heidelberg bei einem Diabetes-Kongreß in Bremen gesagt hat. Seit kurzem rückt ein früherer Ansatzpunkt in den Blick: der Prä-Diabetiker. Ziel ist, entweder das Entstehen des Diabetes aufzuhalten oder einzelne Risiken zu beeinflussen.

Als prä-diabetisch zählen Werte, die nicht mehr im Normbereich liegen, aber auch noch nicht als krank gelten. Das sind die abnorme Nüchternglukose mit Werten zwischen 110 und 125 mg/dl, gemessen im venösen Plasma, und die gestörte Glukosetoleranz im oralen Glukosetoleranz-Test mit Zwei-Stunden-Werten über 140 und unter 200 mg/dl.

Bereits in dieser Phase begleitet den potentiellen Diabetiker ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität. Häufig sei auch zum Beispiel ein erhöhter Blutdruck - "dies stellt sicher einen sinnvollen Ansatz zur Intervention dar", so Hasslacher. Mit dem Blutdruck steigt das Herzinfarktrisiko.

Hasslacher zitierte Ergebnisse der 20 Jahre umfassenden US-Nurses Health Study mit 120 000 Krankenschwestern zum Myokardinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Sie belegt eine erschreckend lange Vorlaufzeit: Im Vergleich zu den Frauen, die während dieser Langzeitstudie keinen Diabetes entwickelten, ging das Risiko bei den später Zuckerkranken schon viele Jahre vorher steil nach oben - knapp zehn Jahre vor der Diabetes-Diagnose war es 3,6mal so hoch, und bereits 15 Jahre vor der Diagnose war die Rate mit einem Wert von 2,4 mehr als verdoppelt.

Außerdem wird Prä-Diabetes immer häufiger. Innerhalb der letzten 20 Jahre, sagte Hasslacher auf dem von Aventis Pharma unterstützten Symposium, sei die Zahl der Betroffenen von drei auf 15 Prozent gestiegen. Der KORA-Survey (Cooperative Health Research in the Region of Augsburg) fand bei jedem Vierten bis Fünften im Alter zwischen 55 und 74 Jahren einen Prä-Diabetes.

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