Ärzte Zeitung, 23.02.2004

Pankreas-Kontrolle macht bei Diabetikern Sinn

Studie zu exokriner Insuffizienz

COIMBRA (hsr). Diabetiker, vor allem adipöse, haben offenbar häufiger eine exokrine Pankreasinsuffizienz als Gesunde. Mit regelmäßiger Kontrolle sowie kalorienarmer Diät und rechtzeitiger Substitution von Pankreasenzymen können ihnen spätere Komplikationen - etwa Fettstühle, Schwäche und Muskelschwund - erspart bleiben.

Diese Ansicht vertreten Dr. Amadeu C. R. Nunes und seine Mitarbeiter von der portugisischen Universität in Coimbra. Sie stützen sich dabei auf eine Studie, in der sie die Häufigkeit einer exokrinen Pankreasinsuffizienz bei 42 Diabetikern mit der bei 38 Kontrollpersonen verglichen (AJG 98, 2003, 2672) haben. Eine Pankreasinsuffizienz galt als gesichert bei Elastase-1 (E1)-Werten unter 200 µg/g Fäzes (gemessen mit dem Test Schebo® Pankreatische Elastase 1-Stuhltest), schwere Formen bei E1-Werten unter 100 µg/g. Keiner der Patienten war bisher durch Symptome einer Pankreasinsuffizienz aufgefallen.

Die Ergebnisse: 15 der im Mittel seit elfeinhalb Jahren an Diabetes erkrankten Patienten (36 Prozent) hatten eine Pankreasinsuffizienz. Neun Diabetiker, also 22 Prozent aller in die Studie aufgenommenen Diabetiker, hatten sogar eine schwere Form der Dysfunktion. In der Kontrollgruppe hatten dagegen nur zwei Personen (fünf Prozent) eine Pankreas-insuffizienz. Die meisten Diabetiker mit gestörter Drüsenfunktion, nämlich elf von 15, waren adipös. Vier von ihnen hatten Fettstühle.

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