Direkt zum Inhaltsbereich

Acarbose schützt Herzen schon bei Prädiabetes

MÜNCHEN (wst). Typ 2-Diabetiker sind bekanntlich stark gefährdet, kardiovaskuläre Komplikationen zu bekommen. Schon im Stadium der gestörten Glukosetoleranz ist die Gefahr für einen Myokard-Infarkt erhöht. In beiden Stadien kann die kardiovaskuläre Gefährdung durch Acarbose reduziert werden.

Veröffentlicht:

Darauf hat Dr. Michael Hummel vom Krankenhaus München-Schwabing in München hingewiesen. Hummel zitierte bei einem von den Unternehmen Bayer Vital und Aventis unterstützten Symposium zunächst Ergebnisse der Placebo-kontrollierten Diabetes-Präventionsstudie STOP NIDDM.

In ihr wurde bei etwa 1400 Patienten mit gestörter Glukosetoleranz belegt, daß eine Behandlung mit Acarbose (Glucobay®) im Vergleich zur Therapie mit Placebo das Risiko, in drei Jahren einen manifesten Diabetes zu entwickeln, um gut ein Drittel vermindert. Zudem war mit dem Präparat die Rate einer neu auftretenden Hypertonie um 34 Prozent vermindert. Kardiovaskuläre Ereignisse waren mit dem Alpha-Glukosidasehemmer um 49 Prozent seltener, Herzinfarkte sogar um 91 Prozent.

Daß auch Typ-2-Diabetiker von dem Antidiabetikum profitieren, belege eine aktuelle Metaanalyse von sieben Langzeitstudien einer Arbeitsgruppe um Professor Markolf Hanefeld aus Dresden, so Hummel. Darin wurden die Daten von 2180 Typ-2-Diabetikern analysiert, die zusätzlich zu einer adäquaten antidiabetischen, lipid- und blutdrucksenkenden Therapie mit Placebo oder Acarbose behandelt worden waren.

In der Beobachtungszeit von 52 bis 164 Wochen hatten bei Placebo 9,4 Prozent der Patienten und mit dem Alpha-Glukosidasehemmer 6,1 Prozent ein kardiovaskuläres Ereignis. Dieser Unterschied von 35 Prozent war signifikant. Die Herzinfarktinzidenz betrug 2,4 Prozent (Placebo) oder 0,7 Prozent (Acarbose) - eine signifikante Risikoreduktion von 64 Prozent, so Hummel.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nur ein Übergangszustand

Metabolisch unauffällige Adipositas wohl nicht gutartig

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Damit die Behandlung anschlägt

Intensivierung bei therapieresistenter Hypertonie: Wie vorgehen?

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Mythos mit Nebenwirkungen

Verdacht auf Histaminintoleranz: Wie Sie jetzt vorgehen

Lesetipps