Insulin zum Inhalieren senkt HbA1C so effektiv wie herkömmliches

HANNOVER (mar). Mit inhalativem Insulin als Trockenpulver läßt sich bei Typ-1 und bei Typ-2 Diabetikern eine ähnlich gute postprandiale Blutzuckerkontrolle erzielen wie mit subkutan appliziertem Insulin. Das haben mehrere Phase-III-Studien ergeben. Das hat Dr. Matthias A. Schweitzer von Aventis bei einem Vorsymposium zur Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Hannover berichtet.

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Das erste Insulin-Inhalationssystem, dessen Zulassung Anfang März von den Unternehmen Pfizer und Aventis bei der Europäischen Arzneimittelbehörde beantragt worden ist, besteht aus gentechnisch hergestelltem Humaninsulin als Trockenpulver. Das Pulver wird mit Hilfe eines mechanisch arbeitenden Inhalators eingeatmet.

Das Insulin hat eine kurze Wirkungsdauer und ist daher für die prandiale Therapie geeignet. Es wird direkt vor den Mahlzeiten angewendet und rasch über das Alveolarepithel resorbiert. "Es kombiniert den schnellen Wirkungseintritt eines Insulin-Analogons mit der Wirkdauer von regulärem Humaninsulin", erläuterte Schweitzer bei einer gemeinsamen Veranstaltung beider Unternehmen. In den klinischen Studien habe das inhalative Insulin den HbA1C ebenso effektiv wie subkutan appliziertes Insulin gesenkt. Das Risiko für Hypoglykämien sei ähnlich dem der subkutanen Therapie. Bei Patienten, die von Insulin subkutan auf inhalatives Insulin umgestellt wurden, seien niedrigere Nüchtern-Glukosespiegel erzielt worden.

In einigen Studien sei eine geringfügige Änderung der Lungenfunktionparameter, etwa eine Senkung der Ein-Sekunden-Kapazität beobachtet worden. Doch sei diese reversibel und trete nur in den ersten Monaten der Therapie auf, sagte Schweitzer.

Nicht geeignet ist die neue Applikationsform für Raucher und Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, mittelschwerem und schwerem Asthma oder COPD. Bei leichtem Asthma werde die Resorption von inhalativem Insulin nicht beeinträchtigt, doch sollten Asthmamittel und Insulin zeitlich getrennt inhaliert werden, so Schweitzer.

Bekomme ein Diabetiker eine akute Lungenerkrankung, etwa eine Pneumonie, sei eine Umstellung von inhalativen auf subkutanes Insulin erforderlich.

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