Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung, 03.06.2004

Nach der Mahlzeit zeigt sich das erhöhte kardiovaskuläre Risiko

Nüchtern-Blutzuckermessungen eignen sich für das Screening in der Bevölkerung

HANNOVER (hbr). Postprandiale Hyperglykämien zu erkennen und zu vermindern sollte künftig Ziel der kardiovaskulären Prävention und Therapie sein, hat Professor Thomas Wascher beim Diabeteskongreß in Hannover gefordert.

Denn die postprandiale Hyperglykämie ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor. An kardiovaskulären Komplikationen sterben in Deutschland jedes Jahr 35 000 Diabetiker. Es sei zu beachten, so der Diabetologe von der Universität Graz, daß das Risiko kardiovaskulärer Komplikationen bereits im Stadium der gestörten Glukosetoleranz steigt, also bei Blutzuckerwerten, die zwei Stunden nach dem Essen zwischen 140 und 199 mg/dl liegen. Zudem sind auch viele Typ-2-Diabetiker nicht erkannt. Deshalb sind Screening-Maßnahmen nötig, sagte Wascher bei einem vom Unternehmen Bayer Vital geförderten Symposium.

Dafür sprechen auch die Daten der CORA (Cooperative Health Research in the Region of Augsburg)-Studie. Von etwa 1400 Personen zwischen 55 und 74 Jahren war bei 8,7 Prozent ein Diabetes bekannt. Bei 8,2 Prozent wurde beim Screening ein Diabetes neu entdeckt, eine gestörte Glukosetoleranz hatten sogar 16 Prozent.

Ähnliche Zahlen fand jetzt ein Diabetes-Screening bei 760 Personen in Graz, bei denen kein Diabetes bekannt war. Es wurden ein oraler Glukosetoleranztest gemacht und der Nüchternblutzucker bestimmt. Das Ergebnis: 7,6 Prozent der Untersuchten hatten einen Diabetes und 16 Prozent eine gestörte Glukosetoleranz. Dabei habe sich der Nüchternblutzucker als gutes Screeninginstrument für die Bevölkerung erwiesen.

Anders dagegen in einer Risikopopulation, die ebenfalls in Graz untersucht wurde. Von 160 Patienten, die wegen Verdachts auf KHK eine Herzkatheter-Untersuchung erhielten, hatten nur 28 Prozent einen normalen Glukosestoffwechsel. Bei 32 Prozent war der Diabetes bekannt, bei 19 Prozent wurde Diabetes neu diagnostiziert, und 21 Prozent hatten eine gestörte Glukosetoleranz.

Der Nüchternwert war nur bei bekanntem Diabetes erhöht, also "nicht geeignet, einen neuen Diabetes zu diagnostizieren oder eine gestörte Glukosetoleranz vorherzusagen." Für Reihenuntersuchungen in der Bevölkerung sei der Nüchternblutzucker gut geeignet. Bei besonderem Risiko sollte ein oraler Glukosetoleranztest gemacht werden, empfahl Wascher.

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